Donnerstag, 20. Juni 2019

Sony Europa zieht nach Amsterdam Auch Sony flieht vor dem Brexit

Sony-Filiale in London: Der Verwaltungssitz von Sony Europe wird nach Amsterdam verlagert
ddp images/ZUMA
Sony-Filiale in London: Der Verwaltungssitz von Sony Europe wird nach Amsterdam verlagert

Flucht vor dem Brexit: Immer mehr Firmen ziehen ihre Zentralen aus Furcht vor einem harten Brexit aus London ab. Erst gestern hatte der Staubsaugerhersteller Dyson bekannt gegeben, sein Hauptquartier von London nach Singapur zu verlegen.

Heute nun zieht der Elektronikkonzern Sony Börsen-Chart zeigen nach. Der Verwaltungssitz von Sony Europe werde bis Ende März von London nach Amsterdam verlagert, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch. Ziel sei es, "umständliche Zollprozeduren zu vermeiden", sollte Großbritannien ohne ein Abkommen zu den künftigen Beziehungen aus der EU austreten.

Sony hatte im vergangenen Jahr eine neue Firma in den Niederlanden registrieren lassen und will seinen europäischen Sitz nun dort integrieren. Dabei handelt es sich um einen rechtlichen Schritt, um die europäische Vertretung von Sony "in der EU" zu belassen. Das in Großbritannien für Sony arbeitende Personal und das tägliche Geschäft sollen nicht verlagert werden. Sonys Konkurrent Panasonic Börsen-Chart zeigen hatte bereits im vergangenen Jahr seinen Europasitz von Großbritannien in die Niederlande verlegt - aus Sorge vor Steuerproblemen rund um den Brexit.

Knapp 50 Finanzfirmen suchen in Luxemburg Asyl

Ebenfalls am Mittwoch haben 47 Banken, Versicherungen und Vermögensverwalter angekündigt, wegen des Brexits Teile ihres Geschäfts nach Luxemburg zu verlegen. Insgesamt habe Luxemburg im vergangenen Jahr 80 neue Banklizenzen vergeben, teilt die Agentur Luxemburg for Finance mit.

Angesichts der unsicheren Lage haben britische Firmen bereits ihre Notfallpläne gestartet: Der Fährenbetreiber P&O kündigte an, seine im Ärmelkanal fahrenden Schiffe künftig auf Zypern zu registrieren. Der Staubsaugerhersteller Dyson will seinen Hauptsitz nach Singapur verlegen, berief sich offiziell jedoch auf die hohe Nachfrage in Asien. Der Billigflieger Easyjet Börsen-Chart zeigen versucht, Aktionäre aus Großbritannien und anderen Ländern außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums loszuwerden.

Auch deutsche Unternehmen haben mit den Vorbereitungen für einen möglichen ungeordneten Brexit begonnen. So hat der Chemie- und Pharmakonzern Bayer Börsen-Chart zeigen größere Lagerflächen für Medikamente in Großbritannien und der EU eingerichtet. Der Autohersteller BMW Börsen-Chart zeigen hat in einem britischen Werk die Sommerpause auf den Brexit-Termin vorgezogen.

Großbritannien soll die EU Ende März verlassen. Zuletzt war im britischen Parlament ein mit der EU ausgehandelter Ausstiegsplan gescheitert, damit droht nun ein ungeregelter Brexit.

mg/AFP, rtr

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