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Flieger, zur Sonne: Die "Solar Impulse 2" auf dem Weg um die Welt

Foto: Jean Revillard/Solar Impulse2 via Getty Images

Erstes Sonnenenergie-Flugzeug umrundet die Welt Die unglaubliche Reise der "Solar Impulse 2"

Nach knapp 510 Stunden und mehr als 40.000 Kilometern in der Luft hat der Flieger "Solar Impulse 2" seine Reise um die Welt beendet. Er war ausschließlich mit Sonnenenergie unterwegs.

Erstmals hat ein ausschließlich mit Solarenergie betriebenes Flugzeug die Erde umrundet. Die "Solar Impulse 2" hat ihre vor mehr als einem Jahr gestartete Tour in der Nacht zum Dienstag beendet und ist in Abu Dhabi sicher gelandet.

"Wir hatten versprochen, dass wir zurückkommen", sagte der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard. Damit ist die Weltumrundung des Solarfliegers erfolgreich beendet - nach knapp 510 Stunden und mehr als 40.000 Kilometern in der Luft.

Piccard war vor zwei Tagen in Kairo zur letzten der insgesamt 17 Etappen  aufgebrochen. Der Start der Weltumrundung fand im März 2015 in Abu Dhabi statt: Danach war "Solar Impulse 2" über Indien und China nach Hawaii geflogen. Auf der 8300 Kilometer langen Reise von Japan nach Hawaii stellte das Team um die beiden Schweizer Wissenschaftler Piccard und André Borschberg einen neuen Strecken-Weltrekord für Solarflugzeuge auf.

Bei dem 120-Stunden-Flug wurden allerdings die Batterien beschädigt. Piccard und Borschberg mussten auf der Pazifikinsel eine neunmonatige Pause einlegen. Im April gelang dann der Weiterflug von Hawaii nach Kalifornien. Für die 4300 Kilometer benötigte "Solar Impulse 2" 62 Stunden.

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Mit der Erdumrundung in einem Solarflieger wollen die beiden Schweizer für die Nutzung erneuerbarer Energien werben. Mehr als 17.000 Solarzellen auf den Tragflächen liefern die Energie für die vier Elektromotoren der Karbonfasermaschine, die eine Spannweite von 72 Metern hat. Die normale Fluggeschwindigkeit liegt bei 48 Stundenkilometern. Bei starkem Sonnenschein kann "Solar Impulse 2" doppelt so schnell fliegen.

Was der Flug für die Luftfahrt-Industrie bedeutet

Die Maschine hat nur einen Sitz, sodass sich Piccard und Borschberg auf den Etappen abwechselten: Einer flog, der andere kam mit einer Linienmaschine hinterher. Nach jeder Landung blieb der Solarflieger einige Tage oder gar Wochen am Boden.

"So allein in der Luft hat man ähnliche Gefühle wie nachts allein im Dschungel mit vielen seltsamen Geräuschen", hatte Borschberg im SPIEGEL-ONLINE-Interview erzählt . Mit Atemübungen komme er aber gut in den Schlaf.

Glückwünsche von Ban Ki Moon

Das Projekt soll die Möglichkeiten der Solarenergie aufzeigen - für einen großflächigen Einsatz in der Luftfahrt taugt die Technologie dagegen vorerst nicht. Das liegt daran, dass die Energiedichte von Batterien erheblich niedriger ist als die von Kerosin, mit dem Flugzeuge normalerweise fliegen. Das bedeutet: Ein Solarflugzeug wird auf absehbare Zeit nicht viel mehr als den Piloten und einen Berg von Akkus durch die Luft transportieren können.

Schon kurz vor der Landung in Abu Dhabi hatte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon gratuliert: "Das ist ein historischer Tag für Sie", sagte er in einer Video-Schaltung mit dem Piloten. Piccard beende zwar seine Reise, sagte Ban. Aber es sei erst der Anfang für eine nachhaltige Welt.

aar/boj/dpa/AP
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