Mittwoch, 13. November 2019

Frische Milliarden aus Japan Softbank versucht WeWork-Rettung - zur Freude von Gründer Neumann

Noch einmal Kasse machen: WeWork-Mitgründer ist laut "FT" ein Freund des Softbank-Rettungsplans.
China Stringer Network / REUTERS
Noch einmal Kasse machen: WeWork-Mitgründer ist laut "FT" ein Freund des Softbank-Rettungsplans.

Mit einer Milliardenspritze versucht der japanische Tech-Investor Softbank beim strauchelnden Start-up WeWork zu retten, was noch zu retten ist - und ausgerechnet der schillernde WeWork-Mitgründer Adam Neumann könnte dabei noch einmal im großen Stil Kasse machen.

Wie die "Financial Times" berichtet, plant Softbank Börsen-Chart zeigen insgesamt weitere 9,5 Milliarden Dollar in den Bürovermieter zu stecken, der erst vor Kurzem einen groß angekündigten Börsengang absagen musste. Bei fünf Milliarden Dollar davon handele es sich um neue Schulden, die WeWork aufnehmen solle. Weitere 4,5 Milliarden entfallen laut "FT" auf Aktienkäufe Softbanks, wobei 1,5 Milliarden davon bereits vorher zugesagt worden waren.

Es ist der Versuch einer Rettung in höchster Not, über den der WeWork-Verwaltungsrat verschiedenen Medienberichten zufolge am Dienstag entscheiden soll. Alternativ liege eine Finanzierungsofferte von Seiten der US-Bank JP Morgan vor, heißt es.

Noch vor wenigen Monaten war WeWork mit großen Ambitionen in Richtung Börse gestartet. Der Wert des Unternehmens wurde dabei zeitweise auf bis zu 47 Milliarden Dollar taxiert. Davon hat sich WeWork allerdings inzwischen weit entfernt. Mangels Interesse von Investorenseite musste der Börsengang abgesagt werden, und unter anderem weil die Gelder aus dem IPO nun fehlen, ist das Start-up in Schieflage geraten. Die Bewertung des Unternehmens würde Medienangaben zufolge nach den neuen Investmentplänen Softbanks nur noch acht Milliarden Dollar betragen. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge droht WeWork ohne frische Mittel bereits im kommenden Monat das Geld auszugehen.


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Besonders bemerkenswert: Im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang war vor allem WeWorks Mitgründer und seinerzeitiger Chef Adam Neumann in die Kritik geraten. Nachdem merkwürdige Finanztransaktionen Neumanns bekannt geworden waren, musste der Unternehmer von der Spitze des Vermietungs-Start-ups abtreten. Aus der jetzt geplanten Rettungsaktion WeWorks könnte Neumann jedoch als Gewinner hervorgehen - jedenfalls finanziell.

Wie die "FT" schreibt, ist geplant, dass ein Teil des neuen Softbank-Investments auf Aktien des umstrittenen Mitgründers entfallen soll. Dabei werde Neumann zwar weitere Mitbestimmungsrechte im Unternehmen verlieren. Zugleich soll er jedoch 200 Millionen Dollar für das abzugebende Aktienpaket kassieren, so die Zeitung.

Neumanns Anteil an WeWork soll den Berichten zufolge auf diese Weise auf weniger als 10 Prozent zurückgehen. Laut Nachrichtenagentur Reuters könnte sogar der komplette Rückzug Neumanns aus dem Unternehmen die Folge sein.

Der Anteil von Softbank dagegen kann auf bis zu 80 Prozent steigen, heißt es. Stimmen die Verantwortlichen bei WeWork dem Vorhaben am Dienstag zu, so werden von Softbank letztlich laut "Wall Street Journal" zehn Milliarden Dollar in WeWork-Aktien stecken, zusätzlich zu fünf Milliarden Dollar, die die Japaner dem Start-up geliehen haben. Wohlgemerkt: Einem Unternehmen, das insgesamt derzeit offenbar lediglich acht Milliarden Dollar wert ist.

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