Deal mit Softbank - Option auf Aktienmehrheit an Tochter gesichert Telekom will Anteile an T-Mobile US aufstocken

Beim Technologie-Investor Softbank wird das Geld knapp. Jetzt darf Softbank-Chef Masayoshi Son mit Erlaubnis der Deutschen Telekom 193 Millionen Aktien von T-Mobile US verkaufen. Die Telekom erhält Optionen für 101 Millionen davon - und kann so ihre Beteiligung an der US-Tochter auf 51 Prozent aufstocken.
"We can do it": Telekom-Chef Timotheus Höttges hat es getan und sich das Zugriffsrecht auf mehr als 100 Millionen Aktien der Tochter T-Mobile US gesichert

"We can do it": Telekom-Chef Timotheus Höttges hat es getan und sich das Zugriffsrecht auf mehr als 100 Millionen Aktien der Tochter T-Mobile US gesichert

Foto: imago images/Sven Simon

Die Deutsche Telekom will ihren Anteil am US-Mobilfunker T-Mobile deutlich ausbauen. Die Bonner gaben am Montag nach US-Börsenschluss einen Deal mit dem japanischen Softbank-Konzern bekannt, der ihre Beteiligung von zuletzt rund 43 auf 51 Prozent erhöhen soll.

Softbank könnte demnach insgesamt bis zu 198 Millionen Aktien von T-Mobile im Wert von rund 21 Milliarden Dollar (18,7 Milliarden Euro) verkaufen. Die Telekom erhält Optionen für 101 Millionen davon, die bis Juni 2024 gezogen werden können.

Bei vollständiger Ausübung würde der Anteil an T-Mobile US auf die genannten 51 Prozent steigen. Da die Telekom bereits mehr als die Hälfte der Stimmrechte kontrolliert, wird T-Mobile US bereits jetzt als Tochter voll in die Bilanz der Bonner konsolidiert.

Softbank-Chef Son braucht Geld

Softbank-Chef Son braucht Geld

Foto: Alessandro Di Ciommo/NurPhoto via Getty Images

Softbank hatte als Mehrheitseigner des jüngst mit T-Mobile fusionierten US-Rivalen Sprint im Zuge des Zusammenschlusses einen Anteil von 24 Prozent am verschmolzenen Unternehmen erhalten. Nach dem nun geplanten Aktienverkauf soll dieser auf rund 8 Prozent sinken.

Die Japaner hatten sich mit gewagten Investitionen etwa in den strauchelnden Büroraum-Vermittler WeWork verspekuliert und brauchen dringend Geld. Softbank hatte deshalb bereits angekündigt, den Verkauf eines milliardenschweren T-Mobile-Aktienpakets zu erwägen. Das bedurfte wegen der Abkommen im Rahmen der Sprint-Fusion allerdings einer neuen Vereinbarung mit der Telekom, die schon 67 Prozent der Stimmrechte kontrolliert.

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T-Mobile soll bei dem neuen Deal 300 Millionen Dollar in bar von Softbank erhalten. Fünf Millionen T-Mobile-Aktien gehen an den Softbank-Manager und Ex-Sprint-Chef Marcelo Claure.

Nach einer rund zweijährigen kartellrechtlichen Zitterpartie hatten T-Mobile und der kleinere Wettbewerber Sprint ihre Fusion im April endlich in trockene Tücher gebracht. Der Mega-Deal schuf ein neues Schwergewicht im US-Mobilfunkmarkt, das die Branchenführer Verizon und AT&T überholen will. Das fusionierte Unternehmen brachte es zuletzt auf einen Börsenwert von knapp 132 Milliarden Dollar.

rei/dpa