Softbank investiert 2 statt 16 Milliarden Dollar in Wework Woran Masayoshi Sons Traum gescheitert ist

Masayoshi Son: Der Softbank-CEO muss seine Pläne mit WeWork mangels fehlender Unterstützung von Investoren erst einmal begraben

Masayoshi Son: Der Softbank-CEO muss seine Pläne mit WeWork mangels fehlender Unterstützung von Investoren erst einmal begraben

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Herber Rückschlag für den Chef des japanischen Softbank-Konzerns Masayoshi Son: Der erfolgsverwöhnte und für seine milliardenschweren Investments bekannte Manager muss sich einen Einstieg als Mehrheitsaktionär bei dem Coworking-Startup WeWork (künftig The We Company) erst einmal abschminken.

Statt wie kolportiert mit einem 16-Milliarden-Dollar-Investment die Mehrheit an dem New Yorker Immobilienvermittler zu übernehmen, steckt das japanische Unternehmen Zeitungsberichten zufolge  nun "lediglich" zwei Milliarden Dollar in das Unternehmen aus New York. Der von Son initiierte milliardenschwere "Vision Fund" , der bereits seit 2017 für 4,4 Milliarden Dollar mit 20 Prozent an WeWork beteilligt ist, bleibt demnach bei diesem Investment sogar ganz außen vor, wie das "Wall Street Journal"  und die "Financial Times"  übereinstimmend berichten.

Gründe für das deutlich bescheidenere Investment bei einer Bewertung von nun angeblich rund 36 Milliarden Dollar  wurden nicht kommuniziert. Allerdings gab es schon länger Berichte darüber, dass führende Investoren des Vision Fund - Vermögensfonds mit Verbindungen zu Saudi-Arabien und Abu Dhabi - Sons Begeisterung für WeWork und dessen Bewertung des Start-ups nicht in dem Maße teilen, wie dieser.

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Zusammen mit dem Vision Fund ist die Softbank inklusive des neuen Investments mit mehr als 10 Milliarden Dollar bei WeWork investiert - was das Startup zu einer der größten Wetten von Masayoshi Son macht.

Während eine Milliarde direkt als Investment fließen soll, soll die zweite Berichten zufolge dazu verwendet werden, Aktien von bestehenden Investoren zu erwerben. Welche dies sein sollen und ob Investoren komplett aussteigen, wurde zunächst nicht bekannt.

Die Konkurrenz macht mobil

Auch innerhalb der Softbank selbst sind viele offenbar nicht so euphorisch wie Son, wenn es um die Zukunftseinschätzunge für WeWork geht. Die Softbank-Aktie hat seit Oktober mehr als 30 Prozent ihres Wertes verloren. Und auch der Börsengang von Softbanks japanischer Mobiltochter Ende vergangenen Jahres fiel entäuschend aus. Das Papier verlor am ersten Handelstag rund 15 Prozent.

Und auch das Geschäftsmodell von WeWork gerät unter immer mehr Druck. Von vielen in erster Linie als Coworking-Anbieter perzipiert, hat sich WeWork in den vergangenen Monaten immer mehr als umfassender Akteur auf dem Immobilienmarkt etabliert.

So ist WeWork nach eigenen Angaben mittlerweile zum größten Büro-Mieter  in Manhattan, London und Washington, D.C. aufgestiegen. Zudem bietet das Start-up Unternehmen umfassende Immobiliendienstleistungen an, tritt selbst als Vermittler auf dem Immobilienmarkt auf und betreibt eigene Immobilienfonds.

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Dies hat mittlerweile allerdings die Konkurrenz auf den Plan gerufen , die fürchtet umgangen zu werden. Sie ist mit Konkurrenzanageboten an den Start gegangen. Zudem gibt es Sorgen, dass WeWork einem Abflauen der Konjunktur angesichts seiner enormen Mietverpflichtungen wenig entgegen zu setzen hätte.

Dass aus den geplanten 16 Milliarden nun schlappe 2 Milliarden wurden, dürfte WeWork vor Probleme stellen. Alleine im letzten Quartal 2018 wollte WeWork, das mittlerweile 335 Niederlassungen weltweit betreibt, um 100.000 Co-Working-Plätze wachsen. Solch massive Expansion kostet. So hat das Unternehmen seine Verluste in den ersten drei Quartal 2018 auf 1,2 Milliarden Dollar fast vervierfacht. Entsprechend haben Spekulationen über einen Börsengang womöglich noch 2019 am Dienstag wieder Fahrt aufgenommen.

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