Mittwoch, 8. April 2020

Weiterer Aktienrückkauf geplant Softbank trennt sich von Milliarden-Beteiligungen

Masayoshi Son: Der Softbank-CEO will sich von Firmenbeteiligungen im Wert von bis zu 38 Milliarden Euro trennen - welche Unternehmen das betrifft, ist noch unklar

Der japanische Technologieinvestor Softbank wird sich deutlich verschlanken. Zur Finanzierung eines fast 17 Milliarden Euro schweren Aktienrückkaufs würden Firmenbeteiligungen im Wert von bis zu 38 Milliarden Euro verkauft oder abgegeben, kündigte das Unternehmen am Montag an. Zudem will Softbank-Chef Masayoshi Son Schulden abbauen und Geldreserven auffüllen. Dies spiegele Sons "unerschütterliche Zuversicht" ins Geschäft wider, hieß es.

Bei Aktionären sorgte die Nachricht für einen Kaufrausch. Die Aktie Börsen-Chart zeigen kletterte fast 19 Prozent. Das war der größte Tagesgewinn in fast zwölf Jahren.

Softbank hält selbst sowie über seinen 100 Milliarden Dollar schweren Vision Fund unter anderem Anteile an dem chinesischen Internetkonzern Alibaba Börsen-Chart zeigen, dem Mitfahrdienst Uber, dem Coworking-Anbieter WeWork und dem Chipkonzern ARM Holdings sowie vielen Start-ups rund um den Globus wie dem Berliner Gebrauchtwagenhändler Auto1. Zuletzt sind allerdings einige Wetten des Großinvestors nicht aufgegangen, weswegen das Unternehmen unter finanziellem Druck steht, der nun von der Coronavirus-Pandemie noch erhöht wird. Hinzu kommt der aktivistische Hedgefonds Elliott, der höhere Gewinne für Softbank-Aktionäre fordert. Der Aktienkurs von Softbank hatte sich seit seinem Hoch im Februar zuletzt mehr als halbiert.

45 Prozent der Softbank-Aktien sollen aus dem Verkehr genommen werden

Unter diesem Eindruck will das japanische Unternehmen in den nächsten vier Quartalen die Milliardenverkäufe über die Bühne bringen. Unklar ist bisher, wovon sich Softbank genau trennen will. Auf der Kippe steht bereits eine drei Milliarden Dollar schwere Finanzspritze für den angeschlagenen Bürovermittler WeWork. Die Unstimmigkeiten führten bereits zu öffentlichen Schuldzuweisungen.

Dem Analysten Kirk Boodry vom Marktbeobachter Redex Holdings zufolge könnte sich Softbank auch vom Anteil an der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US trennen, der nach der Fusion mit dem US-Konkurrenten Sprint den Japanern gehört.

Der 17 Milliarden Euro schwere Aktienrückkauf erfolgt zusätzlich zum Erwerb von Anteilsscheinen im Wert von rund vier Milliarden Euro, der Anfang des Monats angekündigt worden war. Letztlich werden rund 45 Prozent weniger Softbank-Papiere auf dem Markt sein.

mg/rtr

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