Montag, 18. November 2019

Murdoch gegen Comcast Bieterschlacht um Sky kann beginnen

Britischer Bezahlsender Sky: Comcast bietet 22,5 Milliarden Pfund, Fox derzeit nur 18,5 Milliarden Pfund

Jetzt kann der milliardenschwere Bieterkampf um den Bezahlsender Sky starten: Sowohl der Rupert-Murdoch-Konzern 21st Century Fox als auch der US-Kabelkonzern Comcast haben von der britischen Regierung grünes Licht für eine mögliche Übernahme erhalten. Sollte der Konzern des Medienmoguls Murdoch den Zuschlag erhalten, sei aber eine Ausgliederung des Nachrichtensenders Sky News notwendig, erklärte der britische Minister für Kultur und Medien, Matt Hancock.

Comcast Börsen-Chart zeigen hatte Ende April ein Gebot von 22,5 Milliarden Britischen Pfund (rund 25,8 Milliarden Euro) für Sky abgegeben und Berichten zufolge damit das Sky-Management auf seine Seite zu gezogen. Fox hatte zuvor 18,5 Milliarden Pfund geboten.

Der Murdoch-Konzern hält bereits 39 Prozent an Sky und will auch den Rest kaufen. Die Wettbewerbshüter taten sich zunächst schwer, die Übernahme durch Fox durchzuwinken, deshalb war die Transaktion seit Monaten in der Schwebe. Die Aufseher fürchten, dass der Murdoch-Clan durch den Zukauf zu viel Einfluss auf die Medienlandschaft in Großbritannien bekommen könnte. Deshalb soll Sky News nun ausgegliedert werden.

Als Käufer des Nachrichtensenders kommt vor allem Walt Disney infrage. Der US-Konzern ist gerade ohnehin dabei, den Großteil von 21st Century Fox zu schlucken. Doch auch hier hat der Rivale Comcast Interesse angemeldet.

Das Misstrauen gegen den 87 Jahre alten Medienmogul Murdoch sitzt in Großbritannien spätestens seit dem Abhörskandal um die 2011 eingestellte Wochenzeitung "News of the World" tief. Jahrelang hatten Murdochs Journalisten Handygespräche von Verbrechensopfern und Prominenten abgehört und Polizisten bestochen.

Murdoch gehören bereits die auflagenstärkste Zeitung des Landes, das Boulevardblatt "The Sun", die seriöse "Times" und die gleichnamigen Sonntagszeitungen. Die Briten fürchten dabei nicht nur den Einfluss auf die Meinung der Massen, sondern auch auf die Politik. Kein britischer Politiker könnte es sich leisten, den Zorn dieser geballten Medienmacht auf sich zu ziehen, so die Sorge.

mg/dpa-afx

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