Dienstag, 28. Januar 2020

Vertrag läuft Ende Januar aus Siemens trennt sich von Personalvorstand Janina Kugel

Demnächst getrennte Wege: Siemens-CEO Kaeser und Personalchefin Kugel.

Siemens-Personalchefin Janina Kugel verlässt den Münchner Industriekonzern Ende Januar. Der Vertrag der 49-Jährigen laufe dann "im gegenseitigen Einvernehmen aus", teilte Siemens am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Über ihre Nachfolge als Arbeitsdirektor werde im zweiten Halbjahr entschieden.

Kugels Abschied war bereits über das Wochenende durchgesickert. Der für die Bau- und Infrastruktur-Sparte "Smart Infrastructure" zuständige Cedrik Neike bekommt dagegen einen Fünf-Jahres-Vertrag bis Mai 2025. Der 46-Jährige war im April 2017 vom US-Netzwerk-Spezialisten Cisco in den Siemens-Vorstand gewechselt.

Noch im zweiten Halbjahr sollen auch die Führungsposten für die Energie-Sparte von Siemens besetzt werden, die im September 2020 abgespalten und separat an die Börse gebracht werden soll. Die Siemens AG umfasst dann nur die beiden Digital-Sparten, die Verkehrstechnik- sowie die Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers. "Jetzt machen wir uns mit Ruhe und Sorgfalt an den nächsten Schritt und werden das Führungsteam für die beiden neuen Siemens-Konzerne festlegen", sagte Aufsichtsratschef Jim Snabe. Am morgigen Donnerstag legt Siemens die Bilanz für das abgelaufene Quartal vor.

Popstar im Siemens-Vorstand

Für die Öffentlichkeit kommt der Abgang der 49-Jährigen nach etwa 17 Siemens-Jahren überraschend. Kugel hatte sich in ihrer Vorstandszeit mit ihrer umfassenden medialen Präsenz zu Fragen von Diversität und Führung neben Kaeser als Gesicht des Industrieriesen etabliert und war 2018 von manager magazin zur Wirtschaftsfrau des Jahres gekürt worden. Mit ihrem speziellen Managementstil hat sie aus sich selbst eine Marke gemacht, beschrieben in diesem ausführlichen Porträt: Popstar im Siemens-Vorstand.

Wer dagegen in den vergangenen ein, zwei Jahren ihr Zusammenspiel mit dem mindestens ebenso medien- und machtbewussten CEO verfolgte, vernahm öfter Spannungen. Vor allem 2018, als Kugel mit den Arbeitnehmervertretern schmerzhafte Kürzungen in der kriselnden Kraftwerkssparte verhandeln musste und Kaeser ihr immer mal wieder in den Rücken fiel.

Letztlich, so heißt es am Wittelsbacher Platz, hat die gesamte Konstellation für alle Beteiligten nicht mehr so recht gepasst. Das Personalressort verliert mit jedem Schritt, mit dem Kaeser den Technologieriesen zur Holding wandelt, weiter an Bedeutung. Bei Siemens' notierten Töchtern Siemens Healthineers (Medizintechnik) und Siemens Gamesa (Windräder) hat die Konzernarbeitsdirektorin jetzt schon kaum noch etwas zu sagen.

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Bis September 2020 soll zudem Siemens' Energiesparte an die Börse; Kaeser will die Mehrheit am sogenannten "Siemens Powerhouse" an die eigenen Aktionäre verteilen. Dann schrumpft die einstige Industrieikone auf einen "industriellen Kern", der aus zwei Sparten zur Digitalisierung von Fabriken und von Gebäuden besteht, und der Zugsparte. Diese gilt nach der geplatzten Fusion mit Alstom Börsen-Chart zeigen mittelfristig ebenfalls als Börsenkandidat.

Der für die zweite Säule Smart Infrastructure (SI) zuständige Vorstand Cedrik Neike wird nach Informationen von manager-magazin.de einen neuen Vertrag erhalten. Neikes Kontrakt, der Ende Mai 2020 nach drei Jahren endet, wird wohl sogar schon am kommenden Mittwoch prolongiert. Dies ist früher als üblich: Bei einfachen Vorständen entscheidet der Siemens-Aufsichtsrat normalerweise erst sechs Monate vor Ablauf über eine Verlängerung.

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