Freitag, 15. November 2019

Kein Käufer Siemens beendet sein Solar-Abenteuer

Siemens-Solarfeld in Nordamerika: Der Großkonzern macht das Geschäftsfeld dicht

Nach vier Jahren im Solargeschäft ist für Siemens nun Schluss: Der Konzern schließt auf Grund der Branchenkrise seine Solarthermiesparte, wie ein Sprecher bestätigt. Einen Investor für die Einheit mit Schwerpunkt in Israel konnte Siemens offenbar nicht finden.

Erlangen - Der Elektrokonzern Siemens macht seine Solarsparte dicht. Betroffen sind rund 280 Mitarbeiter vor allem in Israel. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht des "Handelsblatts". Es habe sich angesichts der Krise der gesamten Solarbranche kein Investor gefunden.

Der Konzern hatte vor gut einem halben Jahr seinen Ausstieg aus dem Geschäft angekündigt. Bei Siemens läuft ein milliardenschweres Sparprogramm, mit dem der Konzern bei der Profitabilität zur Konkurrenz aufschließen will.

Das erst vor vier Jahren gestartete Solar-Abenteuer dürfte Siemens Börsen-Chart zeigen am Ende rund eine Milliarde Euro gekostet haben. Bereits im Januar hatte der Konzern die Belastungen aus Abschreibungen und operativen Verlusten auf 850 Millionen Euro beziffert. Laut dem aktuellen Quartalsbericht könnten noch einmal rund 150 Millionen Euro dazukommen.

Siemens war erst 2009 mit der Übernahme des israelischen Solarthermie-Spezialisten Solel für 284 Millionen Euro in das Geschäft eingestiegen. Damals war die Euphorie groß. Doch angesichts des Preisverfalls bei der Photovoltaik setzte sich auch die Solarthermie nicht durch.

Bei solarthermischen Anlangen wird mit gebündeltem Sonnenlicht eine Flüssigkeit erhitzt, deren Dampf wiederum einen Generator antreibt, bei Photovoltaik erzeugen die Solarzellen direkt Strom. Auch aus dem Wüstenstromprojekt Desertec ist Siemens inzwischen ausgestiegen.

cr/dpa-afx

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