Trotz Khashoggi-Mord Siemens-Chef Joe Kaeser plant Saudi-Arabien-Reise

Nach der Tötung des Regimekritikers Khashoggi sagte Siemens-Chef Joe Kaeser eine Reise nach Saudi-Arabien ab - der öffentliche Druck war zu groß geworden. Jetzt will er aber doch in das Land reisen.
Siemens-Chef Joe Kaeser

Siemens-Chef Joe Kaeser

Foto: CHRISTOF STACHE/ AFP

Seine für den Oktober geplante Reise nach Saudi-Arabien hatte Siemens-Chef Joe Kaeser noch abgesagt - aufgrund des großen öffentlichen Drucks im Fall Khashoggi. Ende November aber soll er nun doch zu einem Forum in das Land reisen. Dort ist er als Redner eingeplant. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuerst von Kaesers Plänen berichtet.

Siemens beschäftigt in Saudi-Arabien rund 2000 Mitarbeiter und erhielt von dem Land Bau-, Wartungs- und Lieferaufträge im Wert von mehreren Milliarden Euro. Zuletzt waren Siemens' Beziehungen zu Saudi-Arabien aber in die Kritik geraten: Nach der Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul sagte Kaeser seine Reise zu einer Investorenkonferenz in Riad  ab.

Damals teilte Joe Kaeser auf Twitter mit, zunächst müsse im Fall Khashoggi die Wahrheit herausgefunden und Gerechtigkeit angewandt werden:

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Tatsächlich ist in dem Fall mittlerweile vieles klarer - doch Saudi-Arabien erscheint dadurch keineswegs in besserem Licht. So gibt es laut CIA Hinweise darauf, dass der saudische Kronprinz die Tötung Khashoggis in Auftrag gegeben  habe. Am Montag teilte nun der deutsche Außenminister Heiko Maas mit, dass wegen der Tötung des saudi-arabischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi 18 saudische Staatsangehörige mit Einreisesperren belegt worden sein. Die Betroffenen stünden mutmaßlich in Verbindung zu der Tat, sagte Maas am Rande eines EU-Treffens in Brüssel. Das Verbot gelte in 26 Schengen-Staaten.

Die "SZ" berichtet unterdessen,  Kaeser wolle laut Mitteilung der Siemens-Zentrale "nicht das ganze saudische Volk für die Tat verantwortlich machen und in Sippenhaft nehmen". Es gehe jetzt darum, miteinander im Gespräch zu bleiben, aber eben auch um Recht. Aus dem Grund sei Kaesers Reise nach Saudi-Arabien und seine Teilnahme an dem Forum im November noch nicht hundertprozentig entschieden. Das iktva-Forum beginnt am 26. November.

spon