Monsanto-Chef Grant gehen die Alternativen aus Bayer und Monsanto - der Showdown rückt näher

Monsanto-Chef Hugh Grant (links): Bayer-Chef Werner Baumann (rechts) erhöht schrittweise den Druck

Monsanto-Chef Hugh Grant (links): Bayer-Chef Werner Baumann (rechts) erhöht schrittweise den Druck

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Jetzt ist es also so weit. Der Übernahmepoker zwischen Bayer und Monsanto geht in die entscheidende Runde. 65 Milliarden Dollar oder 127,50 Dollar bietet der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern für den Weltmarktführer in der Agrarchemie. Gut 3 Milliarden oder 5,50 Dollar mehr pro Aktie als beim ersten Aufschlag Ende Mai.

Bayer-Chef Werner Baumann hat sich den Vorstellungen seines Gegenspielers Hugh Grant angenähert, der Nummer eins von Monsanto wiederum gehen die Alternativen aus. Den Schweizer Konkurrenten Syngenta, den er sich am liebsten gesichert hätte, geht mit dem Segen der US-Behörden an das chinesische Konglomerat Chemchina. Und die BASF-Agrarsparte, an der Grant ebenfalls großes Interesse gezeigt hatte, ist derzeit unverkäuflich. Seit Wochen dreht sich also alles nur noch um den Preis.

Dass es intensive Gespräche auf allen Ebenen gab, wird von beiden Seiten bestätigt. Grant hat Baumann auch einen begrenzten Einblick in die Bücher gewährt und den Eingang des erhöhten Angebots umgehend bestätigt. Wie er darauf reagieren wird, hat er allerdings offengelassen. Stattdessen tauchten Gerüchte auf, Bayer wäre im Zweifel bereit, sogar 130 Dollar zu zahlen, wovon wiederum in Leverkusen offiziell keiner etwas wissen will.

Es ist das in dieser Phase der Verhandlungen übliche Geschacher. Grant will so viel wie möglich herausholen, Baumann so wenig wie möglich bezahlen. Am Mittwoch kommender Woche wird sich der Bayer-Mann vom Aufsichtsrat die Strategie für die finale Phase absegnen lassen, sich den Preisspielraum genehmigen lassen, in dem er sich im Zweifel bewegen kann.

Dass Baumann Monsanto unbedingt will, daran hat er in den vergangenen Wochen gegenüber seinen Aktionären wenig Zweifel gelassen. Zusammen mit Monsanto wäre Bayer  auf Jahre hinaus die Nummer eins im Geschäft mit Saatgut, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Die Agrarsparte hätte künftig die gleiche Funktion wie die vergangenes Jahr als Covestro an die Börse entlassene Kunststoffsparte: Ein Übernahmeschutz für die Pharmadivison, die immer mal wieder das Interesse großer Konkurrenten mit Nachschubproblemen weckt.

In Sachen Monsanto steht fest, dass die Zeit der in Trippelschritten verkündeten Preisnachbesserungen vorbei ist. Die nächste Zahl, die über den Nachrichtenticker geht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der Wert sein, auf den sich Grant und Baumann am Ende verständigen werden.

Ganz neben bei hat Baumann den Druck auf Grant weiter erhöht, die 127,50 Dollar gibt es nur unter der Bedingung, dass es zu einem einvernehmlichen Deal kommt, eine feindliche Übernahme also vermieden wird. Andernfalls bleibt es bei 125 Euro. Von dieser Bedingung wird Baumann auch nicht abrücken, wenn er noch einmal zu einem finalen Angebot ausholen sollte.

Je größer der Abstand der dann in den Raum gestellten Zahl zu den 125 Dollar ist, die er bieten will, wenn Grant sich zu einer Blockade entschließt, desto größer ist der Erklärungsbedarf, den der Monsanto-Chef gegenüber seinen Aktionären hat.