Montag, 24. Februar 2020

Sharing Economy Berlin und New York machen Front gegen Airbnb

Airbnb-Homepage: US-Startup im Visier der Behörden

In Berlin und New York wird es schwieriger, ein Zimmer über Airbnb zu bekommen. In der US-Metropole steht der Vermittlungsdienst vor Gericht. In der deutschen Hauptstadt tritt am 1. Mai ein Anti-Airbnb-Gesetz in Kraft. Auch die Taxi-Konkurrenz Uber kämpft weiter an allen Fronten.

Hamburg - Der oberste Staatsanwalt New Yorks hat ein neues Feindbild: "Cybercowboys" gefährden seiner Ansicht nach Sicherheit und Ordnung in der Stadt. Gemeint sind allerdings nicht Hacker, die sich etwa Zugriff auf fremde Konten verschaffen.

In einem Gastbeitrag für die New York Times kritisiert Eric T. Schneiderman vielmehr die Stars der Sharing Economy, Airbnb und Uber, die zunehmend auch in Deutschland aktiv sind. In Wildwestmanier mischten die Vermittlungsdienste für Zimmer beziehungsweise Mitfahrgelegenheiten den Hotel- und Taximarkt auf.

Weil sie sich über gesetzliche Vorschriften wie etwa Sicherheitsbestimmungen hinwegsetzten, drohten ihren Kunden große Gefahr. Kunden von Airbnb seien beispielsweise im Feuerfall schlechter als Hotelgäste geschützt, weil in den Privatwohnungen Hinweise auf Fluchtwege fehlen.

Deshalb geht seine Behörde nun hart gegen Airbnb vor. Vor Gericht will Schneiderman die Herausgabe Tausender Kundendaten von Airbnb erzwingen. Schon bisher ist die Vermietung über Airbnb in New York stark eingeschränkt. Die Staatsanwaltschaft will nun Fälle von unzulässiger, etwa stark kommerzieller Vermietung aufdecken. Angeblich sind laut einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft zwei Drittel aller Vermietangebote illegal.

Airbnb giftet zurück. "Genug ist genug", schrieb der PR-Chef des Unternehmens, David Hantman, an die Nutzer. Schneiderman bekämpfe Innovationen und verlange private Daten einfacher Zimmervermieter.

In Berlin steuert Airbnb ebenfalls auf unsichere Zeiten zu. Zum 1. Mai tritt ein Gesetz in Kraft, demzufolge potenzielle Zimmeranbieter zunächst das Bezirksamt um Erlaubnis für die Vermietung bitten müssen, wie die Berliner Zeitung berichtet. Der Berliner Mieterverein erwartet dem Blatt zufolge, dass die Verwaltung angesichts knappen Wohnraums kaum zustimmen werde.

Mitfahrzentrale Uber droht in Frankreich ein Debakel

Für die von Schneiderman ebenfalls kritisierte US-Chauffeurdienst Uber gab es zuletzt einen großen Sieg und eine große Niederlage: In Seattle stimmten die Bürger gegen ein vom Stadtrat verabschiedetes Gesetz, das den Dienst stark eingeschränkt hätte.

In Frankreich droht dagegen ein Debakel: Die Positionen von Autos von Uber und anderen Anbietern sollen auf Smartphones bald nicht mehr zu sehen sein dürfen. Offizielle Taxis sollen die dafür erforderliche Software dagegen nutzen dürfen. Der Mitgründer des Uber-Wettbewerbers Snapcar, Dave Ashton, zeigte sich fassungslos: "Es ist unglaublich", sagte er gegenüber dem US-Portal Techcrunch. "Wir haben die Technik erfunden, und nur die Taxifahrer profitieren davon."

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