Montag, 30. März 2020

Gebrauchtwagensparte geht an US-Investoren Scout24 wird aufgespalten, Autoscout24 wird verkauft

Autoscourt24 geht an die US-Finanzinvestoren Hellman und Friedman (HF)

Der Anzeigenportal-Betreiber Scout24 wird aufgespalten. Das Münchener Unternehmen verkauft seine Gebrauchtwagensparte Autoscout24 für 2,9 Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor Hellman & Friedman (H&F), wie beide Unternehmen am Dienstagabend mitteilten.

Der Kaufpreis liegt mit knapp drei Milliarden Euro weit über den Erwartungen des Unternehmens und von Analysten, die von einem Kaufpreis von rund 2,5 Milliarden Euro ausgegangen waren. Der MDax-Konzern Scout24 Börsen-Chart zeigen will den Erlös zum Teil an die Aktionäre ausschütten.

Zusammen mit Autoscout24 gehen auch die Kreditvermittler Financescout24 und Finanzcheck an den Finanzinvestor. Autoscout24 ist in Deutschland die Nummer zwei auf dem Online-Automarkt Markt hinter Mobile.de, sieht sich aber europaweit als Nummer eins. Scout24 besteht künftig allein aus dem größten deutschen Immobilienportal Immobilienscout24.

Aktivistischer Investor Elliott setzt sich durch

Hellman & Friedman soll anderen Berichten zufolge verschiedene Wettbewerber aus dem Feld geschlagen haben. So hätten sich nicht nur Finanzinvestoren wie Permira, Apax und Carlyle sondern auch der australische Online-Marktplatz Carsales.com für AutoScout24 interessiert. Ebenso soll das Berliner Start-up Auto1 ("wirkaufendeinauto.de") an AutoScout24 interessiert gewesen sein.

Scout24 hatte im November erklärt, dass es verschiedene Optionen für die Tochter prüfe, einschließlich eines Verkaufs oder einer Abspaltung. Zuvor hatte der aktivistische Aktionär Elliott gefordert, das Portal für den Autohandel zu verkaufen, damit sich Scout besser auf seine Immobiliensparte mit dem Portal Immobilienscout24 konzentrieren könne.

Hellman & Friedman und der US-Beteiligungsriese Blackstone Börsen-Chart zeigen hatten das Unternehmen vor vier Jahren an die Börse gebracht, wollten im Frühjahr aber wieder bei Scout24 einzusteigen. Mit ihrem Angebot von mehr als 5,7 Milliarden Euro blitzten sie allerdings bei den Aktionären ab. Der Börsenwert ohne Schulden des MDax-Konzerns liegt inzwischen bei mehr als 6,2 Milliarden Euro. Autoscout24 steht für etwa ein Drittel der Erlöse des Konzerns.

rei/dpa, rtr

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