Insolvenzverwalter macht Kartellschäden in Millionenhöhe geltend Schlecker-Frauen sollen doch noch an ihr Geld kommen

Neue Hoffnung für die Schlecker-Gläubiger: Mitarbeiter und Vermieter der untergegangenen Drogeriekette Schlecker können überraschend auf Entschädigung hoffen.
Im Frühjahr 2012 war Schluss: 25.000 Schlecker-Mitarbeiter und hunderte Vermieter gingen bei der Pleite der Drogeriekette Schlecker leer aus. Nun sieht Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eine Chance, noch Geld über Kartellklagen zu bekommen

Im Frühjahr 2012 war Schluss: 25.000 Schlecker-Mitarbeiter und hunderte Vermieter gingen bei der Pleite der Drogeriekette Schlecker leer aus. Nun sieht Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz eine Chance, noch Geld über Kartellklagen zu bekommen

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz geht in sieben Fällen gegen namhafte Konsumgüterhersteller vor, die den insolventen Handelskonzern mit verbotenen Preisabsprachen um mehrere hundert Millionen Euro betrogen haben sollen. Dies berichtet das manager magazin in seiner nächsten Ausgabe (Erscheinungstermin: 27. Mai).

Wie Geiwitz bestätigt, sollen die ersten Klagen noch im Juni eingereicht werden. Im Visier hat er die zwischen 2007 und 2013 aufgeflogenen Absprachen unter Herstellern von Röstkaffee, Instantcappuccino, Zucker, Tafelschokolade, Drogerieartikeln, Süßwaren und Waschmittel.

Da Schlecker wegen dieser Absprachen angeblich über Jahre hinweg zu viel Geld für diese Artikel bezahlt habe, soll sich der entstandene Schaden auf bis zu 300 Millionen Euro summieren.

Setzt sich Geiwitz vor Gericht durch, wäre das eine spektakuläre Wende in einer der größten Pleiten der Republik. Schlecker hat eine Milliarde Euro Schulden hinterlassen. Während die Lieferanten ihr Geld fast komplett zurückbekommen haben, gingen die 25.000 Mitarbeiter und hunderte Vermieter leer aus. Die offenen Forderungen belaufen sich auf über 500 Millionen Euro und galten bisher als unerfüllbar.