Montag, 22. April 2019

Am Ende des Tages Diese Olympia-Rekorde von Rio sind wirklich für die Ewigkeit

2. Teil: Die kürzeste Eröffnungsrede aller Zeiten

Brasiliens ungeliebter Präsident Michel Temer auf der Eröffnungsfeier: Muss ich jetzt auch noch was sagen?

Zu Leonidas' Zeiten waren die Olympischen Spiele noch ein heiliges, festliches Ereignis. Und auch in der Neuzeit mühten sich die Gastgeber der meisten dieser Events, der Weltöffentlichkeit einen würdevollen Auftritt zu bieten. Die Queen hatte in London vor vier Jahren sogar einen James-Bond-Auftritt.

Was für eine Show dagegen von Michel Temer. Der aktuell amtierende - aber von den wenigsten Brasilianern anerkannte - Präsident sagte nicht viel mehr als "Hiermit erkläre ich die Spiele für eröffnet". Sich namentlich vorstellen zu lassen hatte er sich entgegen dem Protokoll verkniffen und gewann so wertvolle Augenblicke, bis das Publikum ihn erkannte und lauthals ausbuhte.

Die gewählte Präsidentin Dilma Rousseff, derzeit suspendiert, blieb der Feier gleich ganz fern, ebenso wie ihr Vorgänger Lula, der einst um die Vergabe der Spiele nach Rio geworben hatte. Pelé als größte sportliche Ikone des Landes war kurzfristig verhindert. Und auch Temer wollte erklärtermaßen am liebsten nicht im Maracanã-Stadion erscheinen. "Da buhen sie ja sogar die Schweigeminuten aus."

Wenn es denn nur so wäre. Doch dann musste er zusehen, wie selbst IOC-Präsident Thomas Bach im Vergleich zu ihm als gefeierter Held dastand. Das muss den Brasilianern erst einmal jemand nachmachen.

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