Dienstag, 28. Januar 2020

Am Ende des Tages DFB, ARD, Sylt und Malle - warum ohne Elliott nichts mehr geht

Aufspalt-Weltmeister Elliott bekennt sich zu gesellschaftlicher Verantwortung - das hat Folgen!

2. Teil: Neue Jobs für Rummenigge und Hoeneß

...in der Causa Deutscher Fußball-Bund. Der Verband gilt schon länger als unterbewertet, nicht erst seit der verkorksten WM und dem Özil-Fiasko. Jegliches Downside scheint eingepreist. Singer ist von Rummenigges Brandstifterrede wider das DFB-Management ("Mir fehlt die professionelle Handhabung") derart begeistert, dass er ihn prompt als Senior Advisor engagiert, einen schwungvollen Fußball-Gassenhauer summend ("Talking 'bout a man with sexy knees... Karl-Heinz Rummenigge, what a man...").

Auch Uli Hoeneß kann sich begründete Hoffnungen auf einen lukrativen Nebenjob bei Elliott machen. Der Gang-Leader aus der Säbelrasselstraße mit der Lizenz zum Braten hat in der Özil-Affäre ("Seit Jahren einen Dreck gespielt... Mistleistung... nichts in der Nationalmannschaft verloren...") bewiesen, dass er als Heißmacher auf jeder Hedgefonds-Position einsetzbar ist.

Wissend deutete Rummenigge an, bei der letzten DFB-Tagung sei offensichtlich "viel Valium" zum Einsatz gekommen. Sofort hat Singer seine Detektive losgeschickt, um in der Vita und im Nahrungsergänzungsumfeld von Präsident Reinhard Grindel nach Delikatem zu suchen. Die Ergebnisse sind erschreckend. Der Mann, der seine Pokalauslosungskompetenz regelmäßig zur Schau stellt, kennt gar nicht die Vereinspräsidenten sämtlicher 27 000 Amateurvereine persönlich, sondern hat sich sein Wissen nur angelesen und ist in Wahrheit über den zweiten Bildungsweg an sein Kugel-Aufdreh-Amt gelangt. Gelernt hat er nämlich Lottofee. Grindel, man muss kein Prophet sein, ist nach dieser Enthüllung kaum mehr zu halten. Er selbst führt ins Feld, dass er im Stile eines Masterplaners Fußballweltbewegendes wie die Reform der Sportanlagenlärmschutzverordnung mit durchgeboxt habe. Obendrein leide er unter dem "Psychoterror" aktivistischer Investoren, eine Ausrede, die dem ThyssenKrupp-Peiniger Singer irgendwie bekannt vorkommt.

Längst arbeiten die Elliott-Strategen an der Aufspaltung des DFB, in a) Amateure und b) Amateure, die sich für Profis halten. Rummenigge schlägt vor, Philipp Lahm als Chief Restructuring Officer einzustellen. Lahm ist Singer zu zahm, er will den bissigeren Oliver Kahn ("Weiter, immer weiter"). Elliott hat schon den nächsten Step im Auge: die Fusion mit dem italienischen Fußballverband, dessen Nationalteam es ja nicht einmal zur WM geschafft hat. Die Strategie ist offensichtlich: Commodities zusammenlegen, im Sinne einer binationalen Bad Soccer Bank. Das Alternativkonzept, den DFB mit der Aufzugsparte von ThyssenKrupp zu verschmelzen (damit es rasch wieder nach oben geht) wird verworfen.

Erst so richtig in Fahrt gekommen, gibt es kein Halten mehr: Die Disruption von Uefa, Fifa (und wo sich sonst noch Laien ballen) steht auf der Agenda: Nada, Wada, IOC - you name it. Ohne Elliott geht nichts mehr. Als nächstes...

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