Mittwoch, 13. November 2019

Neues SAP-Führungsduo optimistisch Microsoft soll für SAP zum Umsatz-Treiber werden

SAP-Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein: Der eine integriert, die andere verkauft und pflegt die Kunden

Eine stärkere Zusammenarbeit mit Microsoft Börsen-Chart zeigen soll bei Europas größtem Softwarehersteller SAP Börsen-Chart zeigen für einen Wachstumsschub sorgen. Man verspreche sich durch die Microsoft-Partnerschaft einen deutlichen Effekt bei der weltweiten Vermarktung von SAP-Produkten, betonten die neuen SAP -Chefs Jennifer Morgan und Christian Klein am Montag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die künftige Zusammenarbeit mit dem US-Softwareriesen "gehe weit über eine normale Partnerschaft hinaus", betonte Morgan.

Die Partnerschaft mit Microsoft war das beherrschende Thema der Telefonkonferenz, bei der auch die Arbeitsteilung des neuen SAP-Führungsduos deutlich wurde. Während Morgan für die Themen Marketing, Zusammenarbeit mit den Kunden und die Darstellung des Software-Riesen nach außen zuständig ist, wird sich Klein vor allem um die technische Integration der Zukäufe wie Qualtrics sowie um die inneren Abläufe kümmern. Zugleich setzte Morgan auch beim Marketing einen neuen Ton: "Wir sind dann am besten, wenn wir den Kunden zuhören", sagte die gebürtige US-Amerikanerin. Ihr Vorgänger Bill McDermott hatte zuvor meist auf die Qualität der SAP-Produkte verwiesen.

Partnerschaft mit Microsoft soll rasch für steigende Umsätze sorgen

Bereits im laufenden vierten Quartal soll sich die Partnerschaft mit Microsoft auch in steigenden Umsätzen auszahlen, so Morgan. Ziel sei es, dass Kunden SAP-Programme künftig einfacher in den Cloud-Rechenzentren des US-Konzerns laufen lassen könnten. Im dritten Quartal beschleunigte dieses Modell nach SAP-Angaben bereits den Auftragseingang bei den Walldorfern, im vierten Quartal würden daraus dann auch Umsätze entstehen.

Bereits bekannte vorläufige Zahlen zum dritten Quartal bestätigte SAP. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 13 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro, wobei die Sparte mit Cloud-Software zur Miete aus dem Internet auch dank Zukäufen besonders stark wuchs. Unter dem Strich steigerte der Tech-Konzern seinen Gewinn im Zeitraum zwischen Juli und September um 30 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro.


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Personalabbau sorgte im ersten Quartal für rote Zahlen

Noch im ersten Quartal war SAP vor allem wegen eines zu Beginn des Jahres verkündeten umfassenden Personalumbaus in die roten Zahlen gerutscht. Die bisherige Cloud-Chefin Morgan und der bisherige Produktvorstand Klein hatten vor anderthalb Wochen die Nachfolge des bisherigen Vorstandschefs Bill McDermott angetreten, nachdem der 58 Jahre alte US-Amerikaner überraschend zurückgetreten war.

Morgan sagte, der "besondere Fokus" liege nun auf dem vierten Quartal. SAP, das zuletzt weltweit knapp 100.000 Menschen beschäftigte, macht erfahrungsgemäß einen Großteil seiner Jahresumsätze zwischen Oktober und Dezember.

Morgan ist als SAP-Co-Chefin die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns. "Es ist eine ziemliche Ehre, insbesondere hier in Deutschland, die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns zu sein. Das kann auch eine Inspiration für andere Frauen und auch Männer sein", sagte Morgan.

Auf einem Kapitalmarkttag am 12. November in New York will das neue Führungsduo nach Worten von Klein genauer darüber informieren, wie es das Unternehmen künftig führen will.

Auf der Veranstaltung werde SAP darüber hinaus mehr über mögliche Aktienrückkäufe sagen, hieß es. Durch Aktienrückkäufe würde sich die Zahl der Aktien am Markt verringern, was wiederum den Wert der verbleibenden Papiere erhöht. Anleger reagierten mit Käufen: Die Aktie von SAP legte am Montag zeitweise um 3 Prozent zu.

mit Nachrichtenagenturen

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