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SAP: Über den Wolken

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SAP hebt Prognose erneut an "Wir könnten nicht zuversichtlicher sein"

Hochstimmung bei SAP: Europas größter Softwarehersteller hebt zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose an. "Wir könnten nicht zuversichtlicher sein", sagt Vorstandschef Bill McDermott. "Das Cloudgeschäft fliegt."

Dank glänzender Geschäfte mit Mietsoftware aus der Cloud setzt sich SAP  für 2018 noch höhere Ziele. Nach kräftigen Zuwächsen im zweiten Quartal hob der Softwarekonzern aus Walldorf am Donnerstag zum zweiten Mal seine Jahresprognose an.

Demnach soll der Umsatz währungsbereinigt um 6 bis 7,5 Prozent steigen und zwischen 24,975 und 25,3 Milliarden Euro liegen; bislang waren 24,8 bis 25,3 Milliarden angekündigt. Auch beim Betriebsergebnis legte SAP die Latte für das untere Ende noch etwas höher: Es soll jetzt zwischen 7,4 und 7,5 Milliarden Euro betragen statt der bisher anvisierten 7,35 bis 7,5 Milliarden Euro.

"Wir könnten nicht zuversichtlicher sein", sagte Vorstandschef Bill McDermott. "Das Cloudgeschäft fliegt." Anleger nutzten die guten Nachrichten zu Gewinnmitnahmen: Die SAP-Aktie  war vorbörslich zunächst größter Dax-Gewinner, gab dann aber mit Handelsbeginn gut 2 Prozent nach. Mit einem Börsenwert von knapp 129 Milliarden Euro das mit Abstand wertvollste Unternehmen Deutschlands.

SAP erntet jetzt die Früchte - Ergebnis steigt um 12 Prozent

Ins Geschäft mit Software, die übers Internet abonniert wird, ist Europas wertvollstes Technologieunternehmen vergleichsweise spät eingestiegen. SAP musste viel Geld in die Hand nehmen, um zur Konkurrenz aufzuschließen. Das drückte über viele Quartale die Rendite. Jetzt erntet der Konzern die Früchte dieser Neuausrichtung:

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Im zweiten Quartal stieg das Betriebsergebnis währungsbereinigt um zwölf Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Auch beim Umsatz lag SAP über den Erwartungen der Analysten. Die Erlöse kletterten um zehn Prozent auf gut sechs Milliarden Euro. Das Cloudgeschäft als Wachstumstreiber zog währungsbereinigt um 40 Prozent an auf gut 1,2 Milliarden Euro. Die Erlöse aus dem Verkauf von Lizenzen, für die auf einen Schlag hohe Kosten für den Kunden anfallen, gingen dagegen erneut zurück und sanken auf 996 Millionen Euro.


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Finanzchef Luka Mucic sagte, das zweite Quartal sei beispielhaft für den Weg, den SAP eingeschlagen habe: "schnelle Ausrichtung des Unternehmens auf die Cloud bei beträchtlicher Steigerung der Gewinne und Margen". Diese Dynamik werde weiter zunehmen.

Vorstandsvorsitzender McDermott sprach von einer neuen Wachstumsphase und einem neuen "Goldstandard in der Industrie". Für 2020 hob SAP den Ausblick für das Cloudgeschäft an: Der Umsatz soll dann zwischen 8,2 und 8,7 Milliarden Euro betragen statt der bisher angepeilten acht bis 8,5 Milliarden Euro. Große Zukäufe, mit denen der Konzern im Cloudgeschäft hauptsächlich gewachsen war, sind dem Vorstand zufolge nicht zu erwarten. Im Frühjahr übernahmen die Walldorfer die auf Kundenmanagement spezialisierte US-Firma Callidus, um dem Dauerrivalen Salesforce stärker Konkurrenz zu machen.

rei/Reuters
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