Donnerstag, 2. April 2020

Bill McDermott Ex-SAP-Chef mit 15 Millionen Euro ausgeschieden

Verdiente in 2019 rund 15 Millionen Euro Vergütung von SAP.

Der im November abgetretene langjährige SAP-Chef Bill McDermott dürfte im vergangenen Jahr erneut einer der bestverdienenden Vorstandschefs eines Dax-Konzerns gewesen sein. Der 58-jährige Amerikaner bezog 2019 eine Vergütung von rund 15 Millionen Euro, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht von SAP hervorgeht.

Den Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat er vor allem der Auszahlung langfristiger Aktienboni in Höhe von 10,3 Millionen Euro zu verdanken. Der Softwarekonzern ist nach Marktkapitalisierung der wertvollste Dax-Konzern. Die Aktie von SAP Börsen-Chart zeigen war allein im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent gestiegen. Seit McDermotts Antritt als Vorstandschef im Februar 2010 bis zu seinem Ausscheiden am 15. November legte der Blue-Chip um knapp 250 Prozent zu.

2018 hatten nur zwei Dax-Chefs die magische Grenze von zehn Millionen Euro Jahresgehalt überschritten - Allianz-Chef Oliver Bäte und der inzwischen ausgeschiedene Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich, der in seinem letzten Jahr im Amt Boni für mehrere Jahre einstrich. McDermott hatte knapp unter zehn Millionen Euro verdient. Im Jahr 2017 kam der ehemalige SAP-Chef eingedenk langfristiger Bonusprogramme sogar auf 21,8 Millionen Euro.


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Sein Spitzengehalt hatte immer wieder für Kritik auf Hauptversammlungen gesorgt. Im Geschäftsbericht hieß es, SAP müsse als globales Unternehmen in einer schnelllebigen Branche international konkurrenzfähig im Wettbewerb um Führungskräfte sein.

Eine Abfindung erhielt McDermott nicht, da er von sich aus seinen Posten aufgab. Doch fließen ihm bis 2023 noch Zahlungen aus den noch laufenden langjährigen Aktienprogrammen zu. Es werde außerdem über eine Entschädigung für das zwölfmonatige Wettbewerbsverbot verhandelt.

McDermott bezieht noch bis 2023 Geld aus Aktienprogrammen

McDermott war kurz nach seinem überraschenden Ausstieg bei SAPChef des IT-Dienstleisters Service Now geworden. Der unverzügliche Wechsel war möglich, weil SAP das Unternehmen nicht als Konkurrenten betrachtet. Die Entschädigung für die Karenzzeit beträgt die Hälfte der durchschnittlichen Jahresvergütung. Das Gehalt bei Service Now würde davon abgezogen.

Die neuen Co-CEOs Jennifer Morgan und Christian Klein verdienten 2019, als sie bis 10. Oktober noch einfache Vorstandsmitglieder waren, knapp zwei Millionen Euro. Da ihr Bonuspolster aus Aktien noch nicht so dick ist, dürfte es einige Jahre dauern, bis sie ein zweistelligen Millionengehalt erreichen.

rei/Reuters

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