Sonntag, 22. September 2019

US-Hedgefonds Elliott steigt ein Paul Singer treibt SAP in Umbau-Programm

Paul Singer: Der Elliott-Chef ist mit rund 1,2 Milliarden Euro bei SAP eingestiegen

Der Softwarekonzern SAP Börsen-Chart zeigen bekommt es mit dem gefürchteten Investor Elliott zu tun. Der für seinen harschen Umgang mit Firmenvorständen bekannte US-Hedgefonds gab am Mittwoch seinen Einstieg bei Europas größten Softwarekonzern bekannt, der nach einem unerwartet starken ersten Quartal seine Gewinnziele anhob. Die Beteiligung habe einen Wert von 1,2 Milliarden Euro, teilte Elliott am Mittwoch mit. Das sind knapp ein Prozent des aktuellen Börsenwertes des Walldorfer Konzerns von rund 130 Milliarden Euro.

Der US-Hedgefonds schlug ungewöhnlich sanfte Töne an und lobte den SAP-Vorstand für seine Strategie. "Elliott unterstützt die heute bekannt gegebenen Initiativen vollumfänglich", erklärte der Hedgefonds. Der Konzern habe sich die richtigen Ziele gesetzt. "Wir sind davon überzeugt, dass das Management-Team von SAP auf ein sehr erfolgreiches Ergebnis zusteuern kann", erklärten Elliott-Partner Jesse Cohn und Portfolio-Manager Jason Genrich.

Nach Informationen von manager magazin aus Industriekreisen hatte Elliotts-Topmanager Cohn, einer der engsten Vertrauten von Gründer Paul Singer, in den vergangenen Wochen gehörigen Druck auf SAP-Chef Bill McDermott ausgeübt, seine Rendite-Ziele zu erhöhen. Unter anderem kündigte McDermott am Mittwoch an, einen Sonder-Ausschuss im Vorstand einzurichten, der sich nur darum kümmern soll. Am 12. November will der Software-Konzern seine Investoren über die Fortschritte informieren, "die operative Exzellenz über alle Ebenen zu beschleunigen".

SAP kämpft mit Exodus im Vorstand

In der oberen Führungsebene von SAP war die Strategie zuletzt indes weniger gut angekommen: Zwei Vorstandsmitglieder kehrten dem Konzern innerhalb weniger Wochen den Rücken, hochrangige Tech-Experten verließen das Unternehmen.

Der Walldorfer Konzern äußerte sich nicht konkret zum Einstieg von Elliott und erklärte lediglich knapp: "SAP ist in der glücklichen Lage, dass uns eine Reihe von Aktionären regelmäßig Feedback gibt - wir begrüßen dieses Feedback, das wir ernst nehmen, vor allem da wir unsere Pläne, unsere Ziele bis 2023 zu erfüllen oder zu übertreffen, vorantreiben."


Lesen Sie auch: Elliott - So gnadenlos ist Bayers neuer Investor


Elliott hatte zuletzt unter anderem beim Industriekonzern Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen, beim Energiekonzern Uniper Börsen-Chart zeigen und beim Anlagenbauer GEA Börsen-Chart zeigen das Management unter Druck gesetzt. Thyssenkrupp habe erheblichen Spielraum für Verbesserungen, erklärte Elliott etwa nach dem Einstieg bei ThyssenKrupp im vorigen Jahr. Vorstandschef Heinrich Hiesinger und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner räumten später ihre Posten und verwiesen auf eine fehlende Rückendeckung für ihre Strategie. Bis heute ist unklar, wie hoch die Beteiligung von Elliott an Thyssenkrupp war oder ist - die Meldeschwelle von drei Prozent hat der Investor nie überschritten.

SAP ist für den Hedgefonds von Paul Singer das erste Technologieinvestment in Europa. In den USA ist Elliott unter anderem am Online-Händler Ebay Börsen-Chart zeigen oder am Computerbauer Dell Börsen-Chart zeigen beteiligt.

mg/rtr/soc

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung