Mittwoch, 22. Mai 2019

Umstellung auf neue Technologien SAP will Tausende in den Vorruhestand schicken

SAP will tausende Jobs abbauen und gleichzeitig viele neue Jobs aufbauen

Durch die Umstellung auf neuere Technologien werden Jobs bei SAP überflüssig, an anderer Stelle sollen neue Jobs entstehen. Im Zuge dieses Umbaus wird Europas größter Softwarekonzern tausenden Mitarbeitern ein Abfindungsangebot unterbreiten - den meisten wohl in Deutschland.

Europas größter Softwarehersteller SAP plant einen weiteren Umbau beim Personal. Der Konzern werde zum ersten Mal seit 2015 ein unternehmensweites Restrukturierungsprogramm umsetzen, hatte SAP am Dienstagmorgen zusammen mit den neuen Geschäftszahlen verkündet.

Später konkretisierte SAP: Der Konzern werde Mitarbeiter umschulen, auf andere Positionen versetzen und auch mit Abfindungen in den Vorruhestand schicken, damit die Firma mit den Veränderungen in der Technologiebranche mithalten könne, erklärte Vorstandschef Bill McDermott (57).

Offenbar geht das Management davon aus, dass Tausende Mitarbeiter die Abfindungsangebote annehmen werden. "Wenn unsere Prognosen stimmen, reden wir von 4400 Beschäftigten", sagte SAP-Finanzchef Luka Mucic am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz. Das wären dann bis zu 4,5 Prozent der Beschäftigten.

Gleichwohl solle die Mitarbeiterzahl unter dem Strich wachsen. Zuletzt hatte SAP rund 96.500 Beschäftigte. "Nächstes Jahr könnten es 105.000 in unserem Unternehmen sein", sagte McDermott. Auch am Stammsitz in Walldorf dürften am Ende des Jahres mehr Menschen arbeiten als derzeit, ergänzte Mucic.


Bill McDermott im Interview: Der SAP-Boss über seinen speziellen Führungsstil


In Deutschland könnten bis zu 1200 Mitarbeiter in den Vorruhestand gehen

Beim letzten Umbau dieser Art 2015 hatte der Konzern gut 3000 Stellen abgebaut und Mitarbeiter dazu bewegt, auf eine andere Position zu wechseln oder mit hohen Abfindungen das Unternehmen zu verlassen.

Allein in Deutschland dürften es aus der Erfahrung des vergangenen Programms rund 1000 bis 1200 Beschäftigte sein, die eine Vereinbarung mit dem Unternehmen treffen. Berechtigt für die geplanten Programme seien hierzulande rund 3000 Mitarbeiter.

Durch die Umstellung auf neuere Technologien werden Jobs bei SAP überflüssig - während in den Wachstumsbereichen eingestellt wird. War es 2015 vor allem das so genannte Cloud Computing, bei dem Software über Server aus dem Internet zur Verfügung gestellt wird, geht es diesmal auch um Technologien für künstliche Intelligenz oder das Internet der Dinge. Darunter versteht man intelligent vernetzte Geräte oder Maschinen. Auch 2015 beschäftigte SAP am Ende mehr Menschen als zuvor.

Die Kosten für das aktuelle Programm sollen zwischen 800 und 950 Millionen Euro liegen. Dem sollen Einsparungen von 750 Millionen bis 850 Millionen Euro stehen.

rei/dpa/Reuters

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung