Sonntag, 26. Mai 2019

Technische Probleme beim Galaxy Fold Samsung verschiebt Start seines Falt-Smartphones auf unbestimmte Zeit

Samsung Galaxy Fold: Marktstart wegen technischer Probleme verschoben
Simon Nagel/ picture alliance/ dpa
Samsung Galaxy Fold: Marktstart wegen technischer Probleme verschoben

Der koreanische Elektrokonzern Samsung hat die Markteinführung des ersten Smartphones mit Falt-Display nur wenige Tage vor dem geplanten Termin auf unbestimmte Zeit verschoben. Zuvor waren Display-Probleme bei einigen an Journalisten verteilten Testgeräten des Modells Galaxy Fold bekanntgeworden. Der Schutz der Bildschirme solle nun verbessert werden, erklärte Samsung Börsen-Chart zeigen . Ein neuer Starttermin solle in den kommenden Wochen mitgeteilt werden. Ursprünglich sollte das Gerät am 26. April in den USA und am 3. Mai in Europa auf den Markt kommen.

Galaxy Fold sollte das erste Gerät auf dem Markt werden, bei dem sich der Bildschirm auf die Größe eines kleinen Tablet-Computers auffalten lässt. Konkurrent Huawei kündigte den Start seines Auffalt-Smartphones Mate X für den Sommer an. Es soll mit 2300 Euro noch etwas teurer werden.

Smartphones zum Preis von 2000 Euro - und mehr

Bei den 2000 Euro teuren Galaxy Fold von Samsung war mehreren Tech-Journalisten bei Vorab-Tests das Display kaputtgegangen. "Erste Ergebnisse aus den Auswertungen der gemeldeten Display-Probleme zeigen, dass die Ursache am Scharnier liegen kann", erklärte Samsung am Montag. Das Faltgelenk in der Mitte des Bildschirms hatten Marktbeobachter schon vorher als eine potenzielle Schwachstelle betrachtet, sowohl Samsung als auch Huawei versicherten aber, die Mechanik sei robust.

"Es gab auch einen Fall, in dem Stoffe, die sich im Inneren des Geräts befanden, die Display-Leistung beeinträchtigten. Wir werden Maßnahmen ergreifen, um den Schutz und die Stabilität des Displays zu verstärken", teilte Samsung weiter mit.

Einige Reporter beschädigten zudem ihre Fold-Geräte, weil sie versehentlich eine Schutzschicht abzogen, die wie die übliche durchsichtige Folie auf Bildschirmen neuer Geräte aussah - aber Bestandteil des Displays war. Samsung erklärte bereits, es werde dazu eine klar sichtbare Warnung für Verbraucher geben. Die Falt-Displays haben bisher eine Oberfläche aus Plastik statt Spezial-Glas wie bei herkömmlichen Smartphones. Deshalb wird befürchtet, dass sie anfälliger für Kratzer sein könnten. Biegsames Glas für Smartphone-Bildschirme ist erst in der Entwicklung.

Rückschlag für Samsung

Für Samsung ist die kurzfristige Verschiebung des Starttermins ein herber Rückschlag. Der Smartphone-Marktführer wollte mit dem Galaxy Fold seine Innovationskraft unter Beweis stellen. Stattdessen weckte die Situation Erinnerungen an das Debakel mit dem Smartphone Galaxy Note 7, das Samsung im Herbst 2016 nach wenigen Wochen auf den Markt wegen Akku-Bränden zurückrufen musste.

Das Galaxy Fold lässt sich wie ein Buch aufklappen, dann kann man den Falt-Bildschirm mit einer Diagonale von 7,3 Zoll nutzen. In geschlossenem Zustand steht dem Anwender ein relativ kleines Display auf einer der Außenseiten mit einer Diagonale von 4,6 Zoll zur Verfügung.

Samsung Börsen-Chart zeigen arbeitete gemeinsam mit Google Börsen-Chart zeigen daran, dass Apps beim Aufklappen des Geräts nahtlos weitergenutzt werden können. Huawei entschied sich für ein anderes Konzept: Beim Mate X bleibt der Falt-Bildschirm auf der Außenseite und nach dem Zusammenklappen wird eine Hälfte davon als Smartphone genutzt.

Aufbruchstimmung wegen 5G

Diverse Hersteller hatten bei der wichtigsten Branchenschau Mobile World Congress in Barcelona erste 5G-Smartphones gezeigt. Der Bedarf an größeren Bildschirmen unter anderem für Medieninhalte treibt auch die größten Innovationen beim Smartphone-Design seit Jahren an: Mehrere Anbieter kündigten Telefone an, die sich zu einem Tablet aufklappen lassen.

Solche Neuerungen bringen allerdings auch Rekordpreise. Das am Sonntag in Barcelona von Huawei präsentierte Aufklapp-Telefon Mate X dürfte mit knapp 2300 Euro das bisher teuerste Smartphone werden. Das vor einigen Tagen vorgestellte Galaxy Fold von Samsung gibt es für 2000 Euro. Für ein weiteres Falt-Gerät vom chinesischen Anbieter TCL gibt es noch keinen Preis.

LG versucht unterdessen, eine kostengünstigere Antwort darauf zu finden - mit einem zweiten Bildschirm. Das zusätzliche Display sitzt in einer Art Klapphülle und damit im geöffneten Zustand direkt neben dem Bildschirm des Telefons. Dass die beiden Displays unabhängig von einander agieren können, bewirbt LG als Vorteil. So könne man sich zum Beispiel einen Film ansehen und gleichzeitig auf dem anderen Bildschirm etwas dazu im Internet nachschlagen. Die Lösung von LG dürfte um einiges günstiger sein als die Falt-Smartphones. Bei der Ankündigung in Barcelona wurde ein Preis allerdings nicht genannt.

Den zweiten Bildschirm in der Hülle gibt es für das erste Smartphone der Südkoreaner, das den superschnellen 5G-Datenfunk unterstützt: Das Modell V50 ThinQ 5G. Huaweis Mate X soll in 5G-Netzen auch noch schneller als die Konkurrenz sein, verspricht der Hersteller. Und der Smartphone-Senkrechtstarter Xiaomi setzt die Rivalen mit einem Preis von 599 Euro für sein erstes 5G-Gerät unter Druck.

Angesichts der Diskussion um mögliche Risiken durch Netzwerk-Technik aus China versicherte der Chef des Verbrauchergeschäfts des Branchenriesen Huawei, Richard Yu, dass die Bedenken unbegründet seien. "Wir lassen keine Hintertür für keine Regierung offen", versicherte der Top-Manager in Barcelona.

Auf einem anderen Innovationsfeld spielt die Firma HMD Global, die Telefone unter dem traditionsreichen Markennamen Nokia produziert. Das neue Top-Modell Nokia 9 PureView hat fünf Kameras auf der Rückseite, die gleichzeitig Aufnahmen machen, die dann zu einem Foto mit hoher Auflösung zusammengefügt werden. Das Ergebnis sollen Bilder mit vielen Details sein, bei denen man zudem den Fokus nachträglich verändern kann. Der Anbieter HMD Global, der Handys unter dem traditionsreichen Markennamen Nokia produziert, integrierte dafür die Technologie des US-Start-ups Light - als erster in einem Telefon.


Lesen Sie auch:
Mobile World Congress 2019: Die Neuheiten
Samsung: Faltbar. 5G. 2000 Euro.
Das sind die neuen Samsung-Smartphones


Sony setzt auf Technologie aus den Hollywood-Studios des Konzerns, um das Ruder in seinem seit langem schwächelnden Smartphone-Geschäft herumzureißen. Das neue Flaggschiff-Modell Xperia 1 soll dadurch bei der Aufnahme von Videos unter anderem eine besonders authentisch die Farben erfassen und eine verbesserte Bildstabilisierung bieten. Zum Ansehen der Videos bietet das Telefon einen OLED-Bildschirm mit hoher 4K-Auflösung.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung