Mittwoch, 27. Mai 2020

Steigende Chip-Nachfrage Samsung rechnet trotz Krise mit Gewinnanstieg

Die Geschäfte - zumindest im Chipgeschäft - laufen für den Elektronikriesen Samsung besser

Die meisten Unternehmen haben im Zuge der weltweiten Corona-Pandemie enorme Umsatzeinbußen zu beklagen und schrauben ihre Gewinnerwartungen herunter. Nicht so der Elektronikriese Samsung.

Angesichts der soliden Nachfrage nach Chips inmitten der Coronavirus-Krise erwartet Samsung für das erste Quartal 2020 einen höheren operativen Gewinn. Der Gewinn aus den Kerngeschäften werde im Jahresvergleich um 2,7 Prozent auf 6,4 Billionen Won (etwa 4,9 Milliarden Euro) steigen, teilte das südkoreanische Unternehmen am Dienstag in seinem Ergebnisausblick mit. Die Zahlen lagen damit leicht über den Markterwartungen. Samsung ist marktführend bei Speicherchips, Smartphones und Fernsehern.

Beim Umsatz rechnen die Südkoreaner mit einem Anstieg um 5 Prozent auf 55 Billionen Won. Wie üblich legt der Konzern genauere Geschäftszahlen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

In Südkorea gehen Beobachter davon aus, dass Samsung von den steigenden Online-Aktivitäten und der damit verbundenen starken Nachfrage nach Speicherchips für Datenzentren und Clouddienste profitiert. Millionen von Menschen sind in aller Welt aus Furcht vor einer Verbreitung des Virus angehalten, zuhause zu bleiben. Dagegen dürfte Samsung die negativen Folgen der Covid-19-Pandemie im Geschäft mit Smartphones und Haushaltsgeräten zu spüren bekommen.

Schon vor der weltweiten Corona-Krise war die Zuversicht in der Halbleiterbranche wieder gewachsen, dass sich die Preise in diesem Jahr nach der Schwäche im Vorjahr wieder erholen. Lange Zeit hatten ein Überangebot und auch der Handelsstreit zwischen den USA und China die Branche belastet. Mit Halbleitern verdient Samsung mit Abstand das meiste Geld.

rei/dpa

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