Samstag, 20. April 2019

Weniger Smartphones, mehr Speicherchips Bitcoin und Co halten Samsung über Wasser

Kryptowährungen wie Bitcoin brauchen viel Speicherplatz. Auch der Trend, Software zu mieten und Prozesse in der Datenwolke (Cloud) auszulagern, treiben Samsungs Geschäft mit Speicherchips stark an

Die geringere Nachfrage nach Smartphones bekommt Samsung zu spüren. Der Nettogewinn des Elektronikkonzerns stagnierte im zweiten Quartal. Herausragend lief dagegen das Chip-Geschäft. Hier profitierte der Konzern vom starken Wachstum bei Kryptowährungen und der Datenspeicherung im Internet.

Die Flaute auf dem Smartphone-Markt hat Samsung im Frühjahr einen Dämpfer versetzt. Der Betriebsgewinn legte nur noch um 5,7 Prozent auf 14,9 Billionen Won (umgerechnet 11,4 Milliarden Euro) zu, teilte der Konzern am Dienstag mit. Im Mobilfunkgeschäft ging das Ergebnis sogar um gut ein Drittel verglichen mit dem Vorjahr zurück. Für die zweite Jahreshälfte sagte der Apple-Zulieferer und -Konkurrent zudem einen härteren Wettbewerb voraus, wenn neue Modelle auf den Markt kommen.

Der Überschuss (Nettogewinn) belief sich auf 11 Billionen Won (8,4 Milliarden Euro), teilte der weltweit größte Hersteller von Smartphones, Speicherchips und Fernsehern weiter mit. Damit verharrte der Überschuss auf dem Vorjahresniveau.

Sehr gut lief es dagegen im Chip-Geschäft: Hier schnellte der Gewinn um 45 Prozent nach oben. Samsung profitiert dabei vom starken Wachstum bei Kryptowährungen wie Bitcoin und der Datenspeicherung im Internet (Cloud Computing), welches die Nachfrage nach Speicherchips antreibt. Das Speicherchipgeschäft steuert mit Abstand den größten Teil zum Samsung-Gewinn bei.

Der Umsatz sank von April bis Juni um 4 Prozent auf 58,5 Billionen Won. Wie andere große Elektronikfirmen kämpft Samsung mit den Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China. Dazu kommen rückläufige Preise für einige Speicherchips sowie die zunehmende Konkurrenz auf dem Smartphone-Markt durch günstigere Geräte aus China.

rei/Reuters/dpa

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