Weltweite Nummer drei entsteht Milliardenfusion von Airbus-Zulieferern Safran und Zodiac

Flugzeugsitze im A330 neo: Zodiac beliefert Airbus und Boeing mit Sitzen

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In Frankreich schließen sich die beiden Flugzeugausrüster Safran und Zodiac zur weltweiten Nummer drei zusammen. Durch die Fusion entstehe ein Unternehmen mit einem Umsatz von 21 Milliarden Euro, das in verschiedenen Geschäftsbereichen der Luftfahrtindustrie zu den Marktführern gehören werde, teilten die beiden Konzerne am Donnerstag mit.

Safran bietet für den Sitzhersteller insgesamt 8,5 Milliarden Euro, ein Viertel mehr als Zodiac zuletzt an der Börse wert war. Safran-Chef Philippe Petitcolin bezifferte die Synergien auf jährlich mehr als 200 Millionen Euro. Fragen nach Auswirkungen auf die Belegschaft und sonstige Einsparungen ließ er offen. An der Pariser Börse legten Zodiac-Aktien einen Kurssprung von gut einem Fünftel auf 28,40 Euro hin, Safran-Titel verteuerten sich um 2 Prozent.

Safran hatte bereits vor sechs Jahren einen ersten Vorstoß gestartet, war aber am Widerstand der Eigentümerfamilie gescheitert. Vor drei Monaten ist Zodiacs alter Rivale B/E Aerospace vom US-Konzern Rockwell Collins geschluckt worden.

Safran und Zodiac betonten nun, der Zusammenschluss werde vom ersten Jahr an den Gewinn je Aktie beflügeln. Zodiac erholt sich gerade von einer dreijährigen Krise in seiner Sitzsparte, die bei den großen Kunden Airbus  und Boeing  zu Lieferverzögerungen geführt hat. Safran-Chef Petitcolin erklärte, er mache sich keine Sorgen über die Sitzproduktion. Sein Haus werde durch den Kauf auch nicht die Entwicklung der neuen LEAP-Triebwerke für die beiden Flugzeugriesen schleifen lassen. Airbus hatte jüngst über Verzögerungen bei der Ausstattung des Langstreckenfliegers A350 geklagt, weil Zodiac Probleme mit der Fertigung der Bordtoiletten hat.

Analysten beurteilten die Erfolgsaussichten nach der Fusion gemischt. Zodiac gehört zu knapp einem Viertel einer Gruppe von Familien, die knapp 37 Prozent der Stimmrechte halten. Dem französischen Staat gehören 14 Prozent. Lange hatte Zodiac auf seine Unabhängigkeit gepocht, doch zuletzt hatte sich Vorstandschef Olivier Zarrouati empfänglich für eine Übernahme gezeigt.

mg/rtr
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