Montag, 18. November 2019

Zoff um Starts in Frankfurt eskaliert Diese Ryanair-Attacke trifft die Lufthansa ins Herz

Ryanair und Lufthansa: Der Kampf um Gebühren-Rabatte ist eröffnet
DPA, Getty Images
Ryanair und Lufthansa: Der Kampf um Gebühren-Rabatte ist eröffnet

Es ist im Grunde nur ein Nadelstich, mit dem Ryanair die Lufthansa in Frankfurt angreift. Doch welche Sprengkraft die Kranich-Fluglinie in der Stationierung zweier irischer Billigflieger an Deutschlands wichtigstem Airport sieht, zeigt die aggressive Breitseite von Lufthansa-Chef Carsten Spohr gegen den Flughafenbetreiber Fraport.

Sein Unternehmen werde ab sofort einfach nur noch so viel Gebühren wie Ryanair zahlen, sagte Spohr trotzig. Auf diese Weise spare sein Unternehmen 200 bis 300 Millionen Euro im Jahr. "So sehr können uns die Ryanair-Flugzeuge gar nicht ärgern, wie uns die sinkenden Gebühren helfen werden." Dafür sei er Ryanair-Chef Michael O'Leary sehr dankbar.

Dann driftete Spohr in die Pose des Revoluzzers ab. Sofern die Aufsichtsbehörden die Ryanair-Rabatte nicht auf die Lufthansa und andere Fluggesellschaften ausweiten würden, werde sein Unternehmen das von Fraport geforderte Geld einfach nicht überweisen. Gespräche mit den Flughafenbetreibern über diese Drohung habe es noch nicht gegeben. "Die feiern noch mit Ryanair", keilte Spohr gegen die Fraport-Manager. "Die haben für uns noch keine Zeit gehabt."

All dies zeigt, wie sehr die Ryanair-Attacke die Lufthansa ins Herz trifft. Ausgerechnet an ihrer wichtigsten Basis tauchen nun die rasant wachsenden Iren auf. Dort, wo bisher keine einzige Low-Cost-Airline richtig Fuß gefasst ist. Ab März steuern die Billigflieger von der hessischen Metropole aus Ferienziele wie Mallorca oder Faro (Portugal) an.

Anfänglich erwartet Ryanair in Frankfurt lediglich 400.000 Passagiere pro Jahr. Zum nächsten Winter soll das Flugangebot aber deutlich wachsen. So sei Ryanair auch in Berlin nur mit einer halben Million Fluggästen gestartet, sagte Marketing-Chef David O'Brien. Nach drei Jahren seien es schon 5,4 Millionen gewesen. "Ich wüsste nicht, warum das nicht auch in Frankfurt so kommen soll."

Auf das Ryanair-Engagement am Hunsrück-Flughafen Hahn soll die neue Basis in Frankfurt keinen Einfluss haben. Dort rechnet Ryanair mit 2,2 Millionen Passagieren.

Welche Konsequenzen der Ryanair-Vorstoß für die Lufthansa konkret haben wird, ist noch nicht absehbar. Spohrs Ankündigung, bis 300 Millionen Euro weniger an Gebühren zu zahlen, wollte Fraport gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren.

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