Donnerstag, 22. August 2019

Mehr Umsatz, mehr Passagiere, aber ... Brexit und Preiskampf zehren an Ryanair-Gewinn

Gestiegene Kosten für Treibstoff, Flughafengebühren und Personal konnten letztlich das Umsatzplus nicht auffangen und drückten letztlich den Gewinn von Rynaair

Das lange Gezerre um den Brexit als auch der selbst von Ryanair angeheizte Preiskampf in Deutschland haben Europas größtem Billigflieger im ersten Geschäftsquartal einen Gewinneinbruch eingebrockt. Von April bis Juni verdiente das irische Unternehmen 243 Millionen Euro und damit gut ein Fünftel (21 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor.

Zwar legten die Zahl der Passagiere und der Umsatz um jeweils 11 Prozent zu. Dies gelang aber nur, weil Ryanair die Ticketpreise im Schnitt um 6 Prozent senkte. Zusatzerlöse etwa für Sitzplätze nach Wunsch fingen den Rückgang auf, teilte Ryanair am Montag in Dublin mit.

Allerdings zehrten gestiegene Kosten für Treibstoff, Flughafengebühren und Personal am Gewinn. Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte das bereits vorausgesehen und für das laufende Geschäftsjahr nur noch einen Gewinn von 750 bis 950 Millionen Euro angekündigt - praktisch höchstens so viel wie im Vorjahr. An dieser Prognose hält das Management nun weiter fest.

Zu schaffen macht der Easyjet-Rivalin auch das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max, dessen Auslieferung sich voraussichtlich deutlich verzögert. Seine Erwartungen an den Passagierzuwachs strich O'Leary nun noch etwas stärker zusammen. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2020 rechnet er jetzt noch mit mehr als 152 Millionen Fluggästen, etwa eine Million weniger als zuletzt.

rei/dpa

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