Donnerstag, 19. September 2019

TV-Sendergruppe Deutschland-Geschäft beschert RTL Gewinnsprung

RTL-Zugpferd Dieter Bohlen: Nettogewinn deutlich gesteigert

Die RTL-Gruppe stemmt sich der europäischen Werbeflaute entgegen. Im ersten Halbjahr legte der Konzern beim Nettogewinn kräftig zu - dank des einträglichen Deutschlandgeschäfts.

Köln - Die RTL Group hat im ersten Halbjahr trotz weiter schwieriger Werbemärkte ihren Nettogewinn um mehr als die Hälfte gesteigert. Für das Gesamtjahr zeigte sich Co-Chefin Anke Schäferkordt nun zuversichtlicher, an das Ergebnis des Vorjahres anknüpfen zu können. Weil RTL derzeit so viel Geld mit seinem laufenden Geschäft verdient, soll den Aktionären zudem eine außerordentliche Zwischendividende von 2,50 Euro je Aktie gezahlt werden.

Mehrheitsgesellschafter ist der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann, der noch gut 75 Prozent an seiner profitabelsten Tochter hält. Nachdem bereits im ersten Quartal schwierige Werbemärkte Europas größter Fernsehgruppe zugesetzt hatten und RTL nur in Deutschland zulegen konnte, verschlimmerte sich das Umfeld im zweiten Quartal noch.

Nur der deutsche TV-Werbemarkt sei im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, teilte der Fernsehkonzern mit. Alle anderen Kernmärkte seien geschrumpft. Der Umsatz im Konzern ging dementsprechend um 1,3 Prozent auf 2,78 Milliarden Euro zurück. Schäferkordt hatte bereits bei Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal vor zu viel Optimismus gewarnt.

RTL-Führung scheut Vorhhersage

Deutlich verbessern konnte RTL Börsen-Chart zeigen aber die Gewinne. Das operative Ergebnis (Ebita) stieg um 9,1 Prozent auf 552 Millionen Euro, wozu vor allem das Deutschland-Geschäft beitrug. Unter dem Strich blieb für die Aktionäre ein um 52,6 Prozent höherer Gewinn von 418 Millionen Euro.

Für das wichtige vierte Quartal und das Gesamtjahr bleibe es schwer, eine Vorhersage zu treffen, sagte Schäferkordt. "Vor dem Hintergrund der starken Halbjahresergebnisse 2013 und unter der Annahme, dass die Märkte nicht unerwartet einbrechen, sind wir zunehmend zuversichtlich, ein ähnliches Ebita-Niveau zu erreichen wie im Jahr 2012."

Konkurrent ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen hatte sich Anfang des Monats nach einem unerwartet starken Zuwachs von Umsatz und Betriebsgewinn im zweiten Quartal etwas optimistischer gezeigt als bisher. Der Jahresumsatz soll nun im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen, der Gewinn soll ebenfalls steigen.

krk/rtr

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