Mittwoch, 23. Oktober 2019

Ehemaliger Präsidentschaftskandidat US-Milliardär Ross Perot mit 89 Jahren gestorben

Ross Perot (Bild 2010)
Ed Zurga/ AP
Ross Perot (Bild 2010)

Er wurde vom Wirtschaftskrisenkind zu einem der reichsten Männer der USA, in den Neunzigerjahren trat er zwei Mal bei Präsidentschaftswahlen an. Jetzt ist Ross Perot gestorben.

Der texanische Unternehmer und Milliardär Ross Perot ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das teilte ein Sprecher der Familie mit. Der Unternehmer erlag einer Leukämieerkrankung, wie die Zeitung "Dallas Morning News" am Dienstag berichtete. Die Krankheit wurde demnach im Februar diagnostiziert.

"Ross Perot, der wegweisende Unternehmer und liebevolle Ehemann, Bruder, Vater und Großvater starb am frühen Dienstagmorgen in seinem Zuhause in Dallas, im Kreis seiner Familie", gab die Familie in ihrem Statement bekannt.

Perot wuchs als Kind in Texarkana, Texas auf. Auf die schwere US-Wirtschaftskrise folgten damals erst der Zweite Weltkrieg, dann die turbulenten Nachkriegsjahre. Sein erstes Geld verdiente Perot als Zeitungsausträger auf dem Rücken eines Pony.

1953 graduierte er auf der U.S. Naval Academy. Dort kam er zum ersten Mal in Kontakt mit Computern, mit denen er später ein Vermögen machen sollte.

Mit 38 zum Milliardär

1962 gründete Perot sein eigenes IT-Dienstleistungsunternehmen "Electronic Data Systems" in Dallas und wurde mit 38 Jahren zum Milliardär. Im Jahr 2012 schätzte das US-Magazin "Forbes" Perots Vermögen auf 3,4 Milliarden Dollar.

Bekannt wurde er 1979, als er nach einer Geiselnahme von Mitarbeitern seiner Firma in Iran die Rettungsoperation durch Ex-Elite-Soldaten der US-Armee selbst finanzierte. Eine Aktion, aus der später ein Buch und ein Film entstanden.

Der exzentrische Milliardär trat bei den Präsidentschaftswahlen 1992 und 1996 an: Zuerst versuchte er es als unabhängiger Kandidat, später als Bewerber der von ihm gegründeten Reformpartei. Er machte mit derben Sprüchen gegen Berufspolitiker und Karrieristen auf sich aufmerksam. Im Wahlkampf 2016 verglichen viele den heutigen Präsidenten Donald Trump mit Perot

Ins Weiße Haus schaffte er es nicht, 1992 landete er allerdings mit 19 Prozent auf Rang drei hinter dem demokratischen Gewinner Bill Clinton und dem Republikaner George Bush. Später holte er nur acht Prozent der Stimmen.

rei/mst/afp/ap/Reuters

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung