Samstag, 14. Dezember 2019

Rohstoffsuche am Meeresboden Deutschland steckt Claims im Indischen Ozean ab

Rohstofferkundung im Indischen Ozean: Suche nach wertvollen Mineralien

Bergbau auf dem Meeresgrund: Nach Informationen des "Spiegel" will Deutschland im Indischen Ozean nach wertvollen Mineralien suchen. Es soll sich um die metallreichsten Felder handeln, die je entdeckt wurden.

Hannover - Deutschland steckt neue Claims am Grund der Weltmeere ab. Nach Informationen des "Spiegel" will die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit Sitz in Hannover den Meeresboden im Indischen Ozean südöstlich von Madagaskar nach wertvollen Mineralien in einer Tiefe von etwa 3000 Metern absuchen.

Die Genehmigung zur Exploration von Metallvorkommen wurde am 21. Juli von der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) mit Sitz in Jamaika erteilt. In dem betreffenden Gebiet "haben einige Felder einen Kupfergehalt von 24 Prozent, das sind damit die höchsten Metallanreicherungen, die bisher vom Meeresboden bekannt sind", sagt Ulrich Schwarz-Schampera von der BGR.

Erzlager unter heißen Quellen vermutet

"Wir werden ein 10.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Indischen Ozean erkunden, fünf Tagesreisen südöstlich von Madagaskar", sagt Schwarz-Schampera: "In etwa 3000 Meter Tiefe existieren dort sogenannte Schwarze Raucher. Aus diesen teils 400 Grad heißen Vulkanquellen am Meeresgrund treten schwarze Wolken aus Mineralien aus, die auf verborgene Erzlager hinweisen können."

Bereits im Jahr 2006 bekam Deutschland eine ähnliche Lizenz zur Erkundung eines Areals im Pazifik südlich von Hawaii. Umweltschützer warnen, der unterseeische Bergbau könnte die verletzlichen Biotope am Meeresgrund gefährden. Das federführende Bundeswirtschaftsministerium verspricht jedoch "umfangreiche Untersuchungen und Schutzmaßnahmen zum Erhalt der marinen Umwelt".

Auch Russland, China, Indien und Südkorea verfügen über Explorationslizenzen. Sie gelten jeweils für 15 Jahre und könnten danach in Abbaulizenzen münden.

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