Mittwoch, 27. Mai 2020

Jumia und Global Fashion Group belasten Ergebnis Rocket Internet rutscht in die Verlustzone

Rocket-Internet-Chef Samwer: "Da alle unsere ausgewählten Unternehmen inzwischen börsennotiert sind, unterliegen auch ihre Marktwerte den Schwankungen der Aktienmärkte"

Der Start-up-Investor Rocket Internet hat im dritten Quartal wegen schwächerer Aktienkurse seiner Beteiligungen einen Verlust eingefahren. Während das Konzernergebnis nach dem ersten Halbjahr noch bei 548 Millionen Euro Gewinn lag, schrumpfte es nach den ersten neun Monaten auf 285 Millionen Euro zusammen, wie die Beteiligungsgesellschaft am Dienstag in Berlin mitteilte.

Rechnerisch stand demnach ein Minus von rund 263 Millionen Euro zwischen Juli und Ende September in den Büchern. Das sei vor allem auf den Rückgang der Börsenbewertungen von Jumia und Global Fashion Group zurückzuführen, hieß es zur Erklärung. Im Vorjahreszeitraum hatte Rocket Internet von Januar bis September einen etwas höheren Gewinn von 296 Millionen Euro ausgewiesen.

Firmengründer und Vorstandschef Oliver Samwer erklärte: "Das Ergebnis der ersten neun Monate liegt auf dem Niveau des Vorjahres und da alle unsere ausgewählten Unternehmen inzwischen börsennotiert sind, unterliegen auch ihre Marktwerte den Schwankungen der Aktienmärkte." Seit Januar 2018 habe Rocket Internet 20 neue internetbasierte Geschäftsmodelle gegründet und unterstütze sie auch operativ, fügt der Manager hinzu.

Kassen weiter prall gefüllt

Die Kassen des Start-up-Investors sind weiter gut gefüllt. Die für weitere Investitionen zur Verfügung stehenden liquiden Mittel beliefen sich per 8. November nach Unternehmensangaben auf 2,6 Milliarden Euro. Das war etwas weniger als Ende August mit 3 Milliarden Euro.

Positiv sieht Rocket das Wachstum des seit Juli an der Börse notierten Online-Modehändlers Global Fashion Group, dessen Umsatz in den ersten neun Monaten auf 928 Millionen kletterte. Das sei um Währungseffekte bereinigt ein Plus von 17 Prozent gewesen. Die Profitabilität konnte die Beteiligung etwas verbessern, fuhr aber weiter operative Verluste ein. Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei minus 4 Prozent und damit 1,6 Prozentpunkte besser als im Vorjahreszeitraum.


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Rocket Internet gründet und investiert in Internet- und Technologieunternehmen. Viele seiner aktuellen und früheren Beteiligungen sind an der Börse notiert.

mg/dpa-afx, rtr

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