Freitag, 22. November 2019

Gewinn nahezu verdoppelt Rocket-Chef Samwer sitzt auf prall gefüllten Kassen

Rocket-Internet-CEO Oliver Samwer: Der Gewinn konnte im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt werden

Der Start-up-Investor Rocket Internet ist im ersten Halbjahr weiter gewachsen. Im Zeitraum Januar bis Juni stiegen die Erlöse von 24 Millionen Euro im Vorjahr auf 32 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Gewinn nach Steuern legte besonders stark von 297 Millionen Euro im Vorjahr auf 548 Millionen Euro zu. Die liquiden Mittel beliefen sich zuletzt auf drei Milliarden Euro.

An der Börse kamen die Halbjahreszahlen gut an. Die im MDax Börsen-Chart zeigen notierten Papiere Börsen-Chart zeigen legten am Morgen in der Spitze um 2,8 Prozent zu. Händler urteilten in ersten Kommentaren, die Resultate des Start-up-Investors hätten die Erwartungen übertroffen.

Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer gründet und investiert in Internet- und Technologieunternehmen. Viele seiner aktuellen und früheren Beteiligungen sind im Laufe der Zeit an die Börse gegangen. Im vergangenen Jahr feierte der Online-Möbelhändler Home24 Börsen-Chart zeigen sein Börsendebüt. Dazu kommen Hellofresh, aus dem Rocket mittlerweile ganz ausgestiegen ist, und Delivery Hero Börsen-Chart zeigen. Seine Anteile am Online-Möbelhändler Westwing , der ebenfalls vergangenes Jahr an die Börse gegangen war, hatte Rocket Internet Mitte Mai ebenfalls vollständig verkauft. Seit Januar 2018 ist Rocket Internet bei 15 neuen Geschäftsmodelle als Inkubator aufgetreten.

Die wichtigsten Beteiligungen verbuchten im ersten Halbjahr überwiegend Zuwächse. Der Börsenneuling, die Global Fashion Group, steigerte den Umsatz um 16 Prozent auf 603 Millionen Euro. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) verbesserte sich um 0,9 Prozentpunkte auf minus 5 Prozent. Die Anzahl der aktiven Kunden wuchs um 15 Prozent auf 12 Millionen.

Bei Jumia, einer Internetplattform, die etwa Elektronik, Mode und Lebensmittel anbietet und seit April an der New Yorker Börse gelistet ist, verdoppelte sich der Umsatz nahezu um 96 Prozent. Die Zahl der aktiven Kunden stieg von 3,2 Millionen im Vorjahr auf 4,8 Millionen.

Der Möbelanbieter Home24 verbuchte ein Umsatzplus von 19 Prozent auf 178 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge sank derweil aufgrund von Investitionen auf minus 13 (minus 9) Prozent.

Wie das manager magazin im Juni unter Berufung auf Insider berichtete, arbeitet Samwer derzeit daran, Rocket Internet von der Börse zu nehmen. Samwer sei inzwischen davon überzeugt, dass ein Wagniskapitalgeber wie Rocket nichts an der Börse verloren habe. Er würde gern wieder fern der Öffentlichkeit ungestört als opportunistischer Investor agieren.


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Samwer hält derzeit 44 Prozent an Rocket Internet. Als wahrscheinlichste Option gilt, dass das Unternehmen so viele Aktien wie möglich zurückkauft, der Chef selbst allerdings nicht verkauft. Dadurch würde er am Ende die Gesellschaft kontrollieren.

mg/dpa-afx, rtr

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