Montag, 11. November 2019

Riesen-Ölfeld bei London Gatwick entdeckt Starten, landen, bohren

London Gatwick: Umweltschützer kritisierten den Wirbel um den Fund als "Rückschritt ins 19. Jahrhundert"

Direkt neben dem Londoner Flughafen Gatwick ist ein großes Erdölfeld entdeckt worden. In dem Areal nahe der britischen Hauptstadt lagerten rund 100 Milliarden Barrel Öl (ein Barrel = 159 Liter), teilte das Erkundungsunternehmen UK Oil and Gas Investments am Donnerstag mit. Es handele sich um ein Vorkommen von "Weltrang" und wahrscheinlich das größte an Land entdeckte Ölfeld in Großbritannien seit 30 Jahren, sagte Firmenchef Stephen Sanderson der BBC.

Allerdings können nach Einschätzung es Unternehmens lediglich 3 bis 15 Prozent des Vorkommens ausgebeutet werden. Um festzustellen, ob sich dies überhaupt lohne, seien weitere Untersuchungen nötig. Grundsätzlich könne das Feld auf konventionellem Wege, also ohne die umstrittene Fracking-Technologie, ausgebeutet werden, so UK Oil and Gas. Um wirklich Geld mit den Bohrungen zu verdienen, müsse man früher oder später dennoch auf Fracking zurückgreifen, sagte Geowissenschaftler Alastair Fraser vom Londoner Imperial College der BBC.

Umweltschützer kritisierten den Wirbel um den Fund als "Rückschritt ins 19. Jahrhundert". Die Freude über neu entdecktes Öl missachte alles, was die Menschheit über den Klimawandel gelernt habe, sagte Doug Parr, ein Wissenschaftler von Greenpeace.

In Großbritannien wurde seit Mitte des 19. Jahrhunderts an rund 2000 Stellen erfolgreich nach Öl gebohrt; 250 dieser Quellen sprudeln bis heute und liefern täglich 20.000 bis 25.000 Barrel. Der Löwenanteil der britischen Ölproduktion kommt allerdings aus der Nordsee, vor allem aus Feldern vor der schottischen Küste.

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ts/AFP/dpa

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