Britischer Milliardär Richard Branson beantragt Staatshilfe für Virgin Atlantic

Richard Branson: Das Vermögen des Milliardärs wird von "Forbes" auf rund vier Milliarden Dollar geschätzt

Richard Branson: Das Vermögen des Milliardärs wird von "Forbes" auf rund vier Milliarden Dollar geschätzt

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Betreten verboten: Die Privatstrände der Milliardäre

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Die mehrheitlich dem Milliardär Richard Branson gehörende Fluglinie Virgin Atlantic hat bei der britischen Regierung Staatshilfe beantragt. Virgin werde den Ausbruch des Coronavirus nur überleben, wenn es von der britischen Regierung finanziell unterstützt wird, schrieb Branson am Montag in einem öffentlichen Brief an seine Mitarbeiter. "Wir werden alles tun, um die Fluggesellschaft am Laufen zu halten - aber wir werden die Unterstützung der Regierung brauchen" erklärte der Milliardär.

Die Staatshilfe sei schon im vergangenen Monat beantragt worden, bisher sei aber noch keine Einigung erzielt worden. Einen ersten Antrag auf einen Hilfskredit Bransons hatte die Regierung laut einem Bericht der "Financial Times" vom Freitag abgelehnt. Es soll dabei um 500 Millionen Pfund (rund 573 Millionen Euro) gegangen sein. Die Airline habe nicht ausreichend dargelegt, dass andere Optionen ausgeschöpft wurden, zitierte die Zeitung einen Regierungsinsider.

Der Ruf nach Staatshilfe ist nicht neu. Bereits im März forderte der Milliardär umgerechnet 8,3 Milliarden Euro an Nothilfen für die gesamte britische Luftfahrtbranche. Vor wenigen Tagen wurde dann bekannt, dass die Virgin-Atlantic-Mitarbeiter acht Wochen unbezahlten Urlaub nehmen sollten, um die Airline zu retten. Der 69-Jährige erntete daraufhin vor allem von britischen Politikern heftige Kritik.

Branson braucht Liquidität

Bransons Vermögen schätzt das US-Magazin "Forbes"  auf rund vier Milliarden Dollar, er wohnt auf einer der steuerbefreiten Privatinseln in der Karibik und zahlt daher auch keine britische Einkommensteuer. Nach der negativen öffentlichen Kritik ruderte der Milliardär zurück und kündigte an, selbst 250 Millionen Pfund (287 Millionen Euro) in seine angeschlagene Airline zu stecken.

Um nun einem weiteren Shitstorm vorzubeugen, wies Branson explizit darauf hin, dass die beantragte Staatshilfe für Virgin Atlantic in Form eines kommerziellen Kredits erbeten wurde und dementsprechend zurückgezahlt werden soll. Bezüglich des unbezahlten Urlaubs seiner Mitarbeiter erklärte Branson, es sei eine "praktisch einstimmige" Entscheidung der Angestellten gewesen und nicht vom Management aufgezwungen.

"Ich habe viele Kommentare zu meinem Vermögen gesehen - aber es basiert auf dem Wert der Virgin-Unternehmen auf der ganzen Welt vor dieser Krise, die nicht als Bargeld auf einem Bankkonto liegen, das zum Abheben bereit ist", fügte er hinzu. Seine Privatinsel werde, wie andere Vermögenswerte auch, belastet, um Kredite zu bekommen. Er habe seinen Wohnsitz zudem nicht aus Steuergründen verlegt, beteuerte Branson. "Sondern wegen unserer Liebe zu den schönen Britischen Jungferninseln und besonders Necker Island, das ich gekauft habe, als ich 29 Jahre alt war."

mg/dpa, rtr
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