Kampf um Rhön Braun klagt gegen Verkauf von Kliniken

Trotz des Friedensangebots von Fresenius kämpft B. Braun Melsungen weiter um die Rhön-Kliniken. Der Medizintechnikkonzern hat Klage gegen den Verkauf der meisten Krankenhäuser an die Fresenius-Tochter Helios eingelegt. Die nächste Runde im Klinikkampf ist eröffnet.
Kein Frieden: Oberhaupt des Familienkonzerns Ludwig Georg Braun

Kein Frieden: Oberhaupt des Familienkonzerns Ludwig Georg Braun

Foto: Uwe Zucchi/ picture-alliance/ dpa

Bad Neustadt/Saale - Im Streit um den Verkauf des Großteils der Röhn -Krankenhäuser an die Helios-Tochter des Bad Homburger Fresenius-Konzerns hat das Medizintechnikunternehmen B. Braun Melsungen Klage eingereicht. Das gab die Rhön-Klinikum AG am Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung bekannt. Die Klage sei darauf gerichtet festzustellen, dass der Anteilskaufvertrag nichtig sei oder erst nach Zustimmung der Gesellschaft mit einer Mehrheit von mehr als 90 Prozent vollzogen werden dürfe. Ferner solle Rhön jegliche Maßnahmen zum Vollzug der Transaktion unterlassen.

Aus Sicht von Rhön  besteht jedoch hinsichtlich des Verkaufs an Helios keine Zuständigkeit der Hauptversammlung. Der Kaufvertrag sei daher rechtmäßig und wirksam. Die Klage habe keine aufschiebende Wirkung. Die Gesellschaft werde sich dagegen verteidigen und gehe unverändert von einem erfolgreichen Abschluss der Transaktion aus. Der Rhön-Anteilseigner Asklepios wollte sich nicht dazu äußern. B. Braun war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Der Dax-Konzern Fresenius  will für gut drei Milliarden Euro 43 Krankenhäuser von Rhön erwerben. Die Übernahme würde die Fresenius-Kliniktochter Helios zum unangefochtenen Marktführer in Deutschland machen. Rhön will sich nach der Zerschlagung neu ausrichten und sich künftig auf wenige Krankenhäuser konzentrieren, darunter die Uni-Klinik Gießen und Marburg.

Fresenius, Hauptwettbewerber Asklepios und Großlieferant B. Braun sind alle am Konkurrenten Rhön beteiligt. Erst kürzlich hatten sie erklärt, sie wollten ihre Streitigkeiten beilegen. Fresenius-Chef Ulf Schneider habe Gespräche mit Asklepios, B. Braun und Rhön aufgenommen, um den seit Jahren währenden Konflikt am deutschen Krankenhausmarkt zu beenden, sagte ein Sprecher des Gesundheitskonzerns. "Wir versuchen eine Situation zu schaffen, wo man auch zukünftig im Markt miteinander agiert und nicht gegeneinander. Wir haben ein Interesse daran, dass alle Beteiligten vernünftig miteinander umgehen." Dieses Bemühen scheint nunmehr obsolet zu sein.

ak/rtr
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