Mittwoch, 17. Juli 2019

Schadenssatzforderungen Rheintal-Sperrung - Bahn-Unternehmen fordern Millionen

Rheintalbahn-Sperrung: Nachspiel für die Bahn
DPA

Die Rheintalstrecke bei Baden-Baden soll bald wieder befahrbar sein. Doch für die Bahn beginnt nun das wirtschaftliche Nachspiel: Mehrere Firmen beklagen wegen der Sperrung "existenzbedrohende Ausfälle".

Wegen der siebenwöchigen Sperrung der Rheintalbahn bei Rastatt verlangen einige Eisenbahnunternehmen von der Deutschen Bahn Schadenersatz in Millionenhöhe. In einem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Schreiben an den Vorstand der DB Netz AG heißt es: "Bisher blieben alle Hilferufe des Sektors zur Bewältigung der finanziellen Folgen der Havarie unbeantwortet."

Die für den gesamten europäischen Bahnverkehr wichtige Nord-Süd-Verbindung ist seit dem 12. August wegen einer Baupanne gesperrt. Damals hatten sich beim Tunnelbau bei Rastatt die Schienen abgesenkt, nachdem Wasser und Erdreich eingedrungen waren. Seither ist der Bahnverkehr auf dem Streckenabschnitt unterbrochen. Busse bringen Bahnreisende weiter. Die Strecke soll am 2. Oktober wieder befahrbar sein.

Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) hatte mit zwei Dutzend Verbänden wiederholt - und bislang vergeblich - um kurzfristige staatliche Hilfe unter anderem bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gebeten. Die Firmen beklagen teils existenzbedrohende Ausfälle wegen der noch bis Montag gesperrten wichtigen europäischen Transportroute, auf der sonst täglich bis zu 200 Güterzüge fahren.

Das NEE pocht auf einen kurzfristigen Ersatz von einem "Großteil der durch die Havarie entstandenen Schäden". Erlösausfälle und Mehrkosten bei Umleitungen summieren sich nach Schätzungen des Verbands allein für die Bahn-Unternehmen im Güterverkehr auf rund 100 Millionen Euro.

Grundsätzlich haben Unternehmen, die bei der Bahn langfristig eine Trasse gebucht haben, nach NEE-Angaben einen Schadenersatzanspruch. Wenn dieser aber gerichtlich durchgesetzt werden muss, dürften Jahre ins Land gehen. Keine Chance auf Schadenersatz haben Betreiber von Zügen für kurzfristig beauftragte Transporte. In diesem wachsenden Segment würden aber Trassen bestellt, weshalb diese Firmen nun am stärksten betroffen seien.

dpa-afx

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