Superreiche auf Expansionstrip Milliardärs-Clan Reimann vor nächstem Mega-Deal

Panera-Geschäft in New York: Die Bäckereikette befindet sich im Visier der deutschen Milliardärsfamilie Reimann

Panera-Geschäft in New York: Die Bäckereikette befindet sich im Visier der deutschen Milliardärsfamilie Reimann

Foto: KENA BETANCUR/ AFP
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Die Milliardärs-Familie Reimann aus dem Mannheimer Raum bastelt weiter an ihrem weltumspannenden Lebensmittel- und Kaffee-Imperium. Jetzt stehen die Reimanns über ihre Holding JAB kurz davor, die US-Bäckerei- und Sandwich-Kette Panera zu übernehmen. Der Deal könne binnen wenigen Tagen vereinbart werden, hatte zunächst die "Financial Times" berichtet. Später bestätigten beide Unternehmen per Mitteilung, dass JAB Panera für 7,5 Milliarden Dollar übernehmen will.

Der Preis je Aktie betrage 315 Dollar in bar, so JAB und Panera. Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden sowie den Panera-Anteilseignern genehmigt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal erwartet. Die Aktie von Panera legte zuletzt mehr als 11 Prozent zu.

Mit der Transaktion würden die Reimanns ihr globales Firmen-Konglomerat weiter ausbauen, wobei sie weiterhin ein rasantes Expansionstempo vorlegen. Erst im Herbst vergangenen Jahres hatte JAB für kolportierte bis zu 245 Millionen Euro den europäischen Ableger der US-Donut-Kette Krispy Kreme erworben. Die amerikanische Muttergesellschaft Krispy Kreme gehört ebenfalls bereits zum Reich des extrem öffentlichkeitsscheuen Unternehmer-Clans, der laut jüngstem Ranking des manager magazins der zweitreichste Deutschlands ist.

Ebenfalls Ende vergangenen Jahres bot JAB rund eine Milliarde Dollar für die Super Group, einen Hersteller und Vertreiber von Instantkaffee, Tee und Frühstücksflocken, der an der Börse in Singapur gelistet ist.

Davor gab es bereits: 2013 die Übernahme des niederländischen Kaffeekonzerns D.E. Master Blender für 7,5 Milliarden Euro, 2015 den Kauf der Produktlinie Wella von Procter & Gamble für 11,1 Milliarden Euro, und 2016 die Akquisition der US-Kaffee-Company Keurig Green Mountain für 12,8 Milliarden Euro.

Panera-Aktie springt in die Höhe

Nun steht also mit Panera die nächste Milliardenübernahme vor der Tür. Die Aktien des US-Unternehmens waren bereits am Dienstag nach Börsenschluss auf mehr als 300 Dollar das Stück gestiegen, was den Börsenwert der Firma nahe an den im Raum stehenden Übernahmepreis heranbringt. Panera betreibt in den USA und Kanada über 2000 Läden und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 5 Milliarden Dollar. Laut "FT"  stieg der Gewinn je Aktie des Unternehmens im letzten Quartal um 6,7 Prozent, während der Umsatz um 4,2 Prozent zugelegt habe.

Laut "FT" würde Panera zudem gut in das bisherige US-Portfolio von JAB passen, in dem sich bereits "Hipster-Kaffee-Marken" wie Intelligentsia oder Stumptown Coffee befänden, ebenso wie auch Mainstream-Label wie Peet's Coffee oder eben Krispy Kreme. "Die Strategie von JAB, Kaffee- und Bäckereiketten zusammenzukaufen und dafür auch Preisaufschläge in Kauf zu nehmen, passt gut zu einer Übernahme von Panera", zitiert die Zeitung eine Branchenanalystin.

Tatsächlich haben die Reimanns das weltweite Geschäft mit den Kaffee-Endkunden in den vergangenen Jahren geradezu aufgerollt. Der Clan besteht aktuell im Kern aus vier Geschwistern, die weitere Teile der Familie vor Jahren ausbezahlt haben. Unter der Regie des JAB-Chefs Peter Harf haben sie sich bereits einen Anteil am globalen Kaffeeabsatz von inzwischen knapp 20 Prozent erarbeitet.

Das Geld für die Einkaufstour auf dem Weltkaffeemarkt stammt ursprünglich noch von den Vorvätern des Reimann-Clans, nämlich den Herren Karl Ludwig Reimann und Johann Adam Benckiser, die Mitte des 19. Jahrhunderts eine Chemiefabrik gegründet hatten.

Die Fabrik ging später in den Konsumgüterriesen Reckitt Benckiser über, an dem die Reimanns seither einen Minderheitenanteil halten, und von dem sie daher stetig ansehnliche Dividenden kassieren. Hinzu kommen Beteiligungen an verschiedenen weiteren Unternehmen wie dem Luxus-Label Jimmy Choo und dem Parfümhersteller Coty.

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