Dienstag, 17. September 2019

Größte Verlierer im Reichsten-Ranking Das Vermögen der Schaefflers schrumpft um Milliarden

Nur noch Platz 6 in der Reichsten-Liste: Georg F. W. Schaeffler und Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann

Kein Vermögen ist so geschrumpft wie das von Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler. Ursache sind auch die Debatten um den Verbrennungsmotor.

Es war kein gutes Jahr für die Schaefflers aus Herzogenaurach. Seit die Autowelt nur noch vom Ende des Verbrennungsmotors fabuliert, liegt eine dunkle Wolke über ihnen und ihren Geschäften. Unter Deutschlands Milliardären hat niemand so viel Vermögen verloren wie Maria-Elisabeth Schaeffler (77) und ihr Sohn Georg (53). Das geht aus dem aktuellen Ranking der 1001 reichsten Deutschen des manager magazins hervor. Das Vermögen der Schaefflers schrumpfte innerhalb eines Jahres um gewaltige fünf Milliarden Euro, jedenfalls auf dem Papier. Keine anderen Hochvermögenden mussten solche Buchverluste hinnehmen. Waren die Schaefflers im vergangenen Jahr noch die drittreichsten Deutschen, liegen sie in diesem Jahr auf Platz 6.


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Das Wohl und Wehe der Schaefflers hängt am Auto. Das hat sie überhaupt erst zu Multimilliardären gemacht. Nun aber könnte sich diese Konzentration, zumindest mit Perspektive auf das Familienvermögen, als Klumpenrisiko erweisen. Die Hälfte des Umsatzes ihrer Familienfirma ist verbunden mit der Automobilbranche.

Natürlich brüten ihre Ingenieure und Strategen schon seit Längerem über der Frage, wie man auch in einer elektrischen Zukunft geschäftlich vorn dabei sein kann - ohne allerdings bislang überzeugende Antworten gefunden zu haben. Der Börsenwert des Unternehmens sank im Jahresverlauf um ein gutes Viertel. Ein weiterer Teilverkauf von Schaeffler-Aktien über die Börse, von denen Mutter und Sohn noch drei Viertel besitzen, wurde gestoppt, weil Investoren aufbegehrten.

Nicht besser erging es den Schaefflers mit ihrer zweiten großen Beteiligung. Ihnen gehört ja auch beinahe die Hälfte am Autozulieferer Continental, der neben Reifen alles Mögliche rund ums klassische Kfz herstellt - und wo die klugen Köpfe ebenfalls Fragen nach der Elektro-Zukunft zu beantworten suchen. Vergangenes Jahr rettete die Conti-Aktie die Vermögensbilanz der Schaefflers noch - dieses Jahr trug sie erheblich zu ihrem Absturz bei. Denn zwei Gewinnwarnungen aus Hannover, ein Brandbrief des Vorstands und allerlei anderer Ärger ließen den Wert der Beteiligung einbrechen.

Natürlich ist das alles nur halb so schlimm, wenn man einen Blick zurück wirft: Die Übernahme des Reifen- und Autoteilekonzerns Conti unmittelbar vor der Finanzkrise anno 2008 hätte Mutter und Sohn schließlich beinahe bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ruiniert. Im Vergleich dazu ist ein Vermögen von immer noch 17 Milliarden Euro doch ganz beruhigend.

Weitere große Verlierer im Ranking sind die Familie Bruno Steinhoff, dessen Möbelimperium in Trümmern liegt. Sie verlor 1 Milliarde Euro im Vergleich zum Vorjahr. Die Familie Günther Fielmann verlor mit ihrem Optikerreich 900 Millionen Euro.

cn, lhy

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