Trotz Rekordverlusts Ex-Deutsch-Banker Misra kassiert bei Softbank groß ab

Rajeev Misra

Rajeev Misra

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Aufregung beim japanischen Tech-Investor Softbank: Rajeev Misra, Chef des Flaggschiff-Fonds Vision Fund des Unternehmens, konnte seine Bezüge im abgelaufenen Jahr mehr als verdoppeln - trotz eines Rekordverlusts bei dem Unternehmen.

Wie aus einer Mitteilung von Softbank (Kurswerte anzeigen) hervorgeht, stieg die Bezahlung Misras für das im März endende Geschäftsjahr auf 15 Millionen Dollar, gegenüber sieben Millionen Dollar im Jahr zuvor. Wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf Beteiligungen des Vision Fund am angeschlagenen Bürovermittler Wework und dem Fahrdienst Uber machte Softbank im Geschäftsjahr 2019/20 einen Betriebsverlust von umgerechnet fast 12,1 Milliarden Euro.

Die Verluste hinderten Softbank an neuen Investments ebenso wie an der Auflegung eines zweiten Megafonds, berichtet die "Financial Times ". Softbank-Gründer Masayoshi Son habe zudem angekündigt, dass das Unternehmen zurzeit kaum Dividenden auszahlen könne.

Laut "FT" äußerten sich verschiedene Softbank-Mitarbeiter schockiert über die Vergütung des früheren Deutsch-Bankers Misra. Dabei würde auch die Logik von Softbank-Gründer Son in Frage gestellt, angesichts des bereits angeschlagenen Unternehmens, so der Bericht.

Rajeev Misra kam 2014 zu Softbank. Früher war er mehrere Jahre für die Deutsche Bank  im Kredit-Handelsgeschäft tätig. 2008 wechselte er von dort zum Londoner Hedgefonds TCI und später zur Schweizer Großbank UBS . Unmittelbar bevor Misra zu Softbank kam, stand er in Diensten der Investmentgesellschaft Fortress.

Softbank wollte sich laut "FT" zu den Hintergründen der Managervergütung nicht äußern.

cr/rtr