Montag, 6. April 2020

Wettbewerber jetzt über 25 Prozent Qatar Airways erhöht Anteil bei British-Airways-Mutter IAG

Qatar-Airways-Chef Akbar Al Baker

Qatar Airways hat ihren Anteil an der British-Airways-Mutter International Airlines Group (IAG Börsen-Chart zeigen) aufgestockt. Die Fluggesellschaft aus Katar halte nun 25,1 Prozent an IAG, teilte Qatar Airways am Mittwoch mit. Zuvor war das Unternehmen mit 21,4 Prozent beteiligt.

Die in Doha ansässige nationale Fluggesellschaft aus Katar zählt zu den größten und am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften im Nahen Osten. In den beiden vergangenen Jahren allerdings hatte die Airline unter Flugbeschränkungen aus drei benachbarten Golfstaaten und Ägypten gelitten, die sich in einem politischen Konflikt mit Katar befinden.

Der Vorstandsvorsitzende der Qatar Airways Group, Akbar Al Baker, erklärte nach Angaben der englischsprachigen Nachrichtenagentur AP, die Entscheidung, die Beteiligung des Unternehmens an der IAG Börsen-Chart zeigen zu erhöhen, spiegele wider, wie erfolgreich die Investition in die europäische Fluggesellschaft bisher gewesen sei.

Die IAG wiederum betreibt eine Reihe anderer europäischer Fluggesellschaften wie die irische Aer Lingus und die spanische Iberia. Sie ist mit 573 Flugzeugen, die jährlich rund 118 Millionen Passagiere befördern, eine der größten Flugliniengruppen der Welt. Es handelt sich um ein in Spanien eingetragenes Unternehmen, dessen Aktien an der Londoner und der spanischen Börse gehandelt werden.

Das Problem: IAG könnte der Verlust der EU-Fluglizenzen im Extremfall auch für die irischen und spanischen Tochterfirmen drohen, falls es nach der Übergangsfrist zum Jahresende kein Abkommen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union oder einseitige Ausnahmeregeln gibt.

Als im vergangenen Jahr schon einmal ein No-Deal-Brexit nahte, hatte die EU-Kommission den Standpunkt vertreten, IAG habe nach dem Austritt der Briten als Unternehmen aus einem Drittstaat keinen Anspruch auf die Lizenz. Die Holding sitzt zwar formell in Madrid, wird aber bislang aus London geführt und die Mehrheit des Kapitals gehört Eignern von außerhalb der 27 verbleibenden EU-Staaten.

rei mit ap

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