Sonntag, 25. August 2019

Zeitung wehrt sich gegen Vorwürfe "Financial Times" lässt Wirecard-Berichte prüfen

Die FT-Berichterstattung über Wirecard hat sowohl an der Börse als auch in der Medienwelt in der Vergangenheit hohe Wellen geschlagen

Die renommierte Wirtschaftszeitung "Financial Times" weist die Vorwürfe von Wirecard über eine angebliche Zusammenarbeit von Redaktion und Aktienspekulanten erneut zurück. Allerdings will das Blatt Klarheit und lässt deshalb die Berichterstattung über den Dax-Konzern jetzt durch eine Anwaltskanzlei überprüfen.

Die"Financial Times" (FT) hat eine Anwaltskanzlei mit der Untersuchung ihrer Berichterstattung zu Wirecard beauftragt. Zugleich wies Chefredakteur Lionel Barber am Dienstag die von dem Zahlungsdienstleister erhobenen Vorwürfe gegen die Zeitung zurück. Angesichts der Schwere der Anschuldigungen habe die Zeitung jedoch die Londoner Anwaltskanzlei RPC engagiert, die die Berichterstattung der "FT" zu Wirecard überprüfen soll.

Eine Reihe von kritischen Berichten der "FT" seit Anfang des Jahres hatte die Wirecard-Aktie immer wieder abstürzen lassen. Das Unternehmen und die deutsche Finanzaufsicht Bafin hegen den Verdacht, dass sich Leerverkäufer das zunutze gemacht haben. Die BaFin hatte Leerverkäufe mit Wirecard-Aktien im Frühjahr sogar für zwei Monate verboten.

Die FT wies die Vorwürfe von Wirecard zurück, dass Reporter der Zeitung sich mit den Leerverkäufern abgesprochen hätten. Man sehe darin eine Ablenkungstaktik, um die weitere Berichterstattung zu Wirecard zu unterdrücken.

Am Montag hatte es in verschiedenen Berichten geheißen, dass Wirecard den Verdacht einer Zusammenarbeit zwischen Aktien-Spekulanten und der "FT" bestätigt sehe. Angeblich besitze das Unternehmen "unwiderlegbare Beweise" für diese angebliche Kooperation. Das Unternehmen wolle diese Beweise - offensichtlich ein mitgeschnittenes Gespräch zwischen zwei Investoren - der Staatsanwaltschaft übergeben.

Zugleich habe Wirecard den Berichten zufolge die "FT" aufgefordert, bis auf weiteres nicht mehr über das Unternehmen zu schreiben und stattdessen eine interne Untersuchung über ein mögliches Fehlverhalten in der Redaktion zu starten.

rei mit Reuters

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