Montag, 27. Januar 2020

Einstieg bei ProSiebenSat.1 Berlusconis Mediaset plant schon Dachholding

ProSiebenSat.1 nach Mediaset-Einstieg: Berlusconi-Konzern bastelt an europäischer Allianz

Der italienische Medienkonzern Mediaset hat einem Zeitungsbericht zufolge bereits konkretere Pläne für eine europaweite Fernseh-Allianz mit ProSiebenSat.1. Der nächste Schritt sei eine gemeinsame Dachgesellschaft, die in den Niederlanden oder in Belgien angesiedelt sein solle, berichtete "Il Messaggero" am Freitag unter Berufung auf einen Plan, den die Investmentbank Citi für Mediaset ausgearbeitet habe.

Vorbild für die Konstruktion sei der französisch-italienische Brillen-Konzern EssilorLuxottica. "Wir sind an derartigen Gesprächen nicht beteiligt", sagte eine ProSieben-Sprecherin in Unterföhring bei München. In Finanzkreisen hieß es, Mediaset habe keine Bank mit der Vorbereitung einer Fusion beauftragt.

Der vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und seiner Familie kontrollierte Konzern hatte am Mittwoch eine Beteiligung von 9,6 Prozent an der deutschen Privatsender-Kette gemeldet und ist damit dessen größter strategischer Aktionär, will aber zunächst nicht weiter aufstocken. ProSiebenSat.1 setzte im ersten Quartal 913 Millionen Euro um, der bereinigte Konzernüberschuss lag bei 94 Millionen Euro.

Dem Zeitungsbericht zufolge wollte Mediaset mit dem Einstieg einem ungenannten US-Konzern zuvorkommen, der angeblich ein Auge auf ProSiebenSat.1 geworfen habe. Die Italiener hatten ProSiebenSat.1 bereits mehrfach Avancen gemacht, stießen damit aber in Unterföhring auf Ablehnung. Grenzüberschreitende Fernsehfusionen hatten in Europa wegen der Unterschiedlichkeit der Sehgewohnheiten selten die gewünschten Synergieeffekte gebracht.

rtr/akn

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