Montag, 30. März 2020

Aktie rutscht ab, schwacher Ausblick Anleger lassen ProSiebenSat.1 wie eine heiße Kartoffel fallen

Max Conze: Der Chef von ProSiebenSat.1 enttäuscht die Märkte mit schwachen Zahlen und einem schwachen Ausblick
Sina Schuldt/dpa
Max Conze: Der Chef von ProSiebenSat.1 enttäuscht die Märkte mit schwachen Zahlen und einem schwachen Ausblick

Aktien von ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen sind am Donnerstag nach schwachen Geschäftszahlen und einem schwachen Ausblick auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen. Am Ende des MDax Börsen-Chart zeigen büßten die Anteilsscheine in der Spitze rund 12 Prozent auf 9,71 Euro ein und fielen erstmals seit 2010 unter die Marke von 10 Euro.

Spürbar rückläufige TV-Werbeeinnahmen von 5 Prozent und Investitionen in den Konzernumbau drückten den Gewinn im vergangenen Jahr erheblich. Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) fiel um 14 Prozent auf 872 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge betrugt somit nur 21,1 Prozent und verfehlte das im November nochmals bestätigte Jahresziel von 22 bis 25 Prozent. Der Umsatz stieg moderat um 3 Prozent auf 4,14 Milliarden Euro.

Analysten kritisieren Zahlen und Ausblick

Der starke Rückgang des Betriebsergebnisses im abgelaufenen Quartal enttäusche, schrieb Analyst Christoph Bast vom Bankhaus Lampe. Auch der Ausblick enttäusche: Der für 2020 angepeilte Konzernumsatz von 4,2 bis 4,3 Milliarden Euro bleibe hinter den Markterwartungen zurück. Gleiches gelte für den operativen Gewinn.

"Der Ausblick ist recht vorsichtig", wandte auch Analyst Harald Schnitzer DZ Bank in einer ersten Reaktion ein. So erwartet das Management auch wegen Investitionen für 2020 ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 800 und 900 Millionen Euro. Das ist laut Schnitzer weniger als gedacht.


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Schnitzer sieht die Profitabilität weiterhin unter Druck: "Im Hinblick auf den zunehmenden Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Zuschauer, die Budgets der Werbeindustrie und attraktive Inhalte wird die Marge im Unterhaltungsgeschäft weiterhin unter Druck bleiben", prognostizierte er.

"Der Umbau von ProSiebenSat1 zum diversifizierten Digitalkonzern kommt gut voran", versuchte Konzernchef Max Conze nach vorn zu schauen. So sei der Umsatz im Nicht-TV-Werbegeschäft um zwölf Prozent gewachsen und mache nun 52 Prozent der gesamten Erlöse aus. Für 2020 peilt der MDax-Konzern weitgehend stagnierende Gewinne und ein Umsatzplus von rund vier Prozent an.

Unabhängig davon kündigte ProSieben die Übernahme des App-Entwicklers Meet Group aus den USA an. Damit solle das Online-Dating-Geschäft der E-Commerce-Tochter NuCom gestärkt werden. Zu NuCom gehört unter anderem der Partnervermittler Parship, die Meet Group hat 2017 den damaligen deutschen Marktführer Lovoo übernommen. ProSieben bietet Meet-Eignern 6,30 Dollar je Aktie oder insgesamt 500 Millionen Dollar.

rei mit Nachrichtenagenturen

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