Montag, 17. Juni 2019

Private Equity Firmenjäger schwimmen im Geld

Es ist angerichet: Nach dem Crash der Jahre 2009 und 2010 nehmen nun schon seit über drei Jahren die Mittelzuflüsse für die Private-Equity-Branche weltweit zu

Finanzinvestoren wagen immer mehr Milliardendeals - auch in Deutschland. Der Druck steigt: Die Branche sitzt weltweit auf über einer Billion Dollar Eigenkapital, und ein Ende der Zuflüsse ist nicht in Sicht.

Als im April der Finanzinvestor Triton in einer hart umkämpften Auktion für 1,3 Milliarden Euro den Zuschlag für die Wärmetauscher-Sparte des Oberhausener Anlagenbauers Gea errang, fühlte sich so mancher Private-Equity-Experte an die Zeiten des Kreditbooms 2006 und 2007 erinnert. Der Preis war hoch und größtenteils fremdfinanziert: Tritons Offerte entsprach dem 8,7-Fachen des operativen Jahresgewinns (Ebitda) der Gea-Tochter und übertraf die Gebote der rivalisierenden Finanzinvestoren deutlich.

Die Gea-Tochter ist in diesem Jahr schon Tritons dritter Firmenkauf. Lange war der schwedisch-deutsche Investor vor allem an sanierungsbedürftigen Mittelständlern interessiert. Ein Milliardenkauf wie die Gea-Sparte hätte in diese Anlagestrategie nicht so recht gepasst. Doch vergangenes Jahr hat Triton einen neuen Fonds eingesammt, 3,5 Milliarden Euro schwer und damit über eine Milliarde größer als Tritons vorheriger Fonds. Nun muss das viele Geld ausgegeben werden.

Nicht nur bei Triton, in der gesamten Private-Equity-Branche in Deutschland und weltweit wächst der Anlagedruck gerade beträchtlich. Nach dem Crash der Jahre 2009 und 2010 nehmen nun schon seit über drei Jahren die Mittelzuflüsse für die Private-Equity-Branche weltweit zu. Ein Ende des Geldregens ist nicht in Sicht: Das sogenannte Fundraising werde in diesem Jahr weiter an Momentum gewinnen, schreibt die Unternehmensberatung Bain & Company in ihrem "Global Private Equity Report 2014".

2013 war für Private Equity das zweitbeste Exit-Jahr aller Zeiten

Der Hauptgrund dafür ist, dass die Beteiligungsgesellschaften zuletzt angesichts der boomenden Kapitalmärkte viele Unternehmen losschlagen oder schuldenfinanzierte Dividenden herausziehen konnten. Der Bain-Analyse zufolge, die manager magazin online vorliegt, war 2013 für die Branche das zweitbeste Exit-Jahr aller Zeiten.

Nur 2007 konnten die Investoren ihren Geldgebern - den großen Kapitalsammelstellen wie Pensionsfonds oder Versichereren - noch höhere Rückflüsse überweisen als 2013. Die "dividend recaps" - Dividenden, die per Aufstockung der Schulden bei den Portfoliounternehmen finanziert und an die Profi-Anleger ausgeschüttet wurden - erreichten mit 66 Milliarden Dollar weltweit sogar Rekordnivau.

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