Mittwoch, 26. Juni 2019

Premium Economy bei der Lufthansa "Es ist erstaunlich, wie viel Passagiere für ein bisschen mehr Platz ausgeben"

Premium Economy: Das ist Lufthansas neue Edel-Holzklasse
Air France

Um Jahre verspätet führt die Lufthansa eine Komfortkategorie zwischen Economy und Business Class ein. Die neue Premium Economy bietet etwas mehr Bein- und Armfreiheitfreiheit. Die Erfahrung der Konkurrenz lehrt: Dafür zahlen Reisende klaglos einen üppigen Aufschlag.

Hamburg - Wirklich schnell ist die Lufthansa Börsen-Chart zeigen nicht auf den Gedanken gekommen, ihr Angebot um eine weitere Klasse zu ergänzen. Mit ihrer neuen Premium Economy Class ist die Airline vielmehr Nachzügler: Rund 40 Wettbewerber wie British Airways Börsen-Chart zeigen, Qantas Börsen-Chart zeigen oder Condor fliegen schon seit Jahren mit der Zwischenklasse.

So gesehen ist die - ab November dieses Jahres angebotene - Edel-Holzklasse zwar nicht mehr der letzte Schrei in der Luftfahrt. Doch zunehmend generieren die Airlines einen beträchtlichen Teil ihres Gewinns in diesem Segment. Dies hat einen simplen Grund: Fluggäste sind offenbar bereit, einen deutlichen Aufpreis für einen Hauch mehr Komfort zu bezahlen.

"Es ist erstaunlich, wie viel Passagiere für ein bisschen mehr Platz ausgeben", sagte der Chef einer europäischen Fluglinie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Dem Wall Street Journal sagte ein Luftfahrt-Manager das neue Zwischensegment könne die profitabelste aller Klassen sein.

Im Schnitt müssen Fluggäste nach Angaben der Lufthansa auf einem Hin- und Rückflug über den Nordatlantik oder nach Asien 600 Euro mehr bezahlen. Die Reise-Website TripAdvisor schätzt, dass Kunden in der Premium Economy Class zwei bis viermal mehr bezahlen als in der Economy Class. Das ist aber immer noch deutlich günstiger als die Business Class, wo bei der Lufthansa insgesamt etwa 2000 Euro fällig werden. Dafür gibt es dort inzwischen Sitze, die sich in ein Bett verwandeln lassen.

Kernstück der neuen Klasse, in die die Lufthansa 170 Millionen Euro investiert, sind die Sitze: Sie sind je nach Flugzeugtyp um bis zu drei Zentimeter breiter als in der Economy-Class. Die Lehnen lassen sich weiter zurückneigen.

Und mit 97 Zentimetern Sitzabstand wächst die Beinfreiheit um bis zu 18 Zentimeter. Reisende in der Premium Economy können zudem ein weiteres Stück Freigepäck bis 23 Kilogramm mitnehmen und haben gegen einen Aufpreis von 25 Euro Zugang zur Business Lounge.

Als erste Fluggesellschaft führte Virgin Atlantic das Konzept einer Zwischenstufe zwischen Economy und Business ein - 1992. Zehn Jahre später kopierte British Airways das Modell, dann zogen immer mehr Gesellschaften nach. Nach 22 Jahren ist der Trend auch bei der Lufthansa angekommen.


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nis/rtr

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