Mittwoch, 26. Februar 2020

Mengen, Kosten, Recycling Die zehn wichtigsten Fakten zur Plastik-Plage

Plastikmüll soweit das Auge reicht: Die Aufnahme stammt aus Bangladesch, doch sie steht symbolisch für die Zustände vielerorts auf der Welt.
imago/ZUMA Press
Plastikmüll soweit das Auge reicht: Die Aufnahme stammt aus Bangladesch, doch sie steht symbolisch für die Zustände vielerorts auf der Welt.

11. Teil: 450 Jahre bis zur Zersetzung - Plastikmüll gefährdet lange Mensch und Tier

Eines der größten Probleme ist die laufende Vermüllung der Weltmeere. Über 100 Millionen Tonnen Plastikabfall schwimmt bereits in den Ozeanen, und Jahr für Jahr kommen acht Millionen Tonnen hinzu. Schon 2050, so schätzen Fachleute, gibt es im Meer mehr Plastik als Fische.

Video abspielen
Bild: Newscom

Am meisten Plastikabfall gelangt im asiatischen Raum ins Wasser, etwa in China sowie in Indien, wo es vielerorts kaum organisiertes Recycling gibt. Zwei Drittel des Plastiks in den Weltmeeren stammen aus lediglich 20 Flüssen vor allem in Fernost. Als dreckigster Fluss der Welt gilt der Jiangtse in China, über den jährlich 330.000 Tonnen Plastik ins Meer gelangen. Auf Platz zwei liegt der Ganges in Indien.

Zum Vergleich: Über den Rhein schwimmen pro Jahr "lediglich" bis zu 30 Tonnen Kunststoff in den Ozean. Europa ist deshalb aber nicht schuldlos an der Misere: Jahrzehntelang exportierte auch Deutschland tonnenweise Plastikmüll nach China, womit die Volksrepublik jetzt allerdings Schluss macht. Viele der Abfälle entstehen in Fernost zudem, weil der wohlhabende Westen dort günstig produzieren lässt.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Ist das Plastik erst einmal im Wasser, bleibt es dort für lange Zeit. Denn Plastik wird nicht abgebaut, es muss vielmehr langwierig von Wind und Wellen zermahlen werden. Bei einer Plastiktäte dauert das bis zu 20 Jahre, bei einem Becher sogar bis zu 50 Jahre. Besonders lange halten sich Plastikflaschen, die mitunter erst nach 450 Jahren zerkleinert sind.

Gelöst ist das Problem damit allerdings auch dann noch nicht. Als Mikroplastik gelangt das Material über Fische in die Nahrungskette - und wird wiederum zur Gefahr für Mensch und Tier.

Mitarbeit: Wilfried Eckl-Dorna, Maren Hoffmann, Arvid Kaiser, Nils-Viktor Sorge 

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung