Montag, 19. August 2019

Milliardenschwerer Deal geplant Pepsi will Wassersprudler Sodastream übernehmen

Lass es sprudeln: Sodastream-Markenbotschafterin Scarlett Johansson beim Super Bowl 2014
youtube/Super Bowl TV Commercial
Lass es sprudeln: Sodastream-Markenbotschafterin Scarlett Johansson beim Super Bowl 2014

Der Coca-Cola-Konkurrent Pepsi will den israelischen Wassersprudler-Hersteller Sodastream übernehmen. Der amerikanische Getränkekonzern ist bereit, umgerechnet 2,8 Milliarden Dollar für Sodastream zu zahlen. Das wäre ein Aufschlag von mehr als 30 Prozent auf den Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage. Die Führung des Wassersprudler-Herstellers hat dem Angebot bereits zugestimmt. Für den Pepsi-Konzern, der zuletzt angesichts des schwindenden Durstes auf zuckrige Getränke mit einem Gewinnrückgang zu kämpfen hat, ist die Übernahme ein weitere Schritt in Richtung eines deutlich gesunderen Portfolios.

Der Getränkegigant PepsiCo will den israelischen Sprudelgeräte-Hersteller Sodastream für 3,2 Milliarden Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) übernehmen. Dies teilten die Unternehmen am Montag mit. Der Coca-Cola -Konkurrent aus den USA habe zugestimmt, Aktien von Sodastream zum Wert von 144 Dollar je Aktie zu erwerben. Das sei ein 32-prozentiger Aufschlag auf den Durchschnittskurs der vergangenen 30 Tage.

Beim Sodastream-System wird eine spezielle Flasche mit Leitungswasser gefüllt und in ein Gerät gesteckt. Knopf drücken - und das Wasser perlt. Die Kohlensäure kommt aus einem Zylinder. Ist dieser leer, kann er im Handel umgetauscht werden. 2014 hatte Sodastream 556.000 Sprudler in Deutschland verkauft. Aktuellere Zahlen zum Deutschland-Geschäft lagen zunächst nicht vor.


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Sodastream bringe die Möglichkeiten PepsiCos voran, "personalisierte Getränkelösungen für Zuhause weltweit" anzubieten, sagte Präsident Ramon Laguarta. Sodastream-Direktor Daniel Birnbaum sagte: "Ich freu mich, dass unser Team Zugang haben wird zu PepsiCos enormen Ressourcen (...)."

2014 war das Unternehmen in die Kritik geraten, weil es die Sprudler im von Israel besetzten Westjordanland herstellen ließ. Kurze Zeit darauf verlegte das Unternehmen seine Produktion nach Israel.

Erst vor zwei Wochen teilte Pepsi mit, dass die langjährige Chefin des Unternehmens, Indra Nooyi, von ihrem Posten zurücktritt. Nooyi hatte den Pepsi-Konzern zwölf Jahre lang geführt und galt als eine der einflussreichsten Business-Frauen der USA. Ihren Posten wird Ramon Laguarta übernehmen. Der 54-jährige war im letzten Jahr zum "President" des Konzerns befördert worden. Das hatte die Erwartung geschürt, dass er ein möglicher Nachfolger für Nooyi ist, die jetzt mit 62 Jahren abtritt.

luk/dpa-afx

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