Mittwoch, 24. Juli 2019

Gewerkschaft fürchtet Job-Kahlschlag bei Bezahldienst Paypal will in Berlin bis zu 90 Prozent der Jobs streichen

Paypal will in Berlin Wilmersdorf "neu strukturieren"
Lukas Schulze/dpa
Paypal will in Berlin Wilmersdorf "neu strukturieren"

Der Online-Bezahldienst Paypal will an seinem Standort Berlin offenbar fast 90 Prozent der Stellen abbauen. Papal bestätigt Umstrukturierungen, nennt aber keine Zahlen. In Berlin sind die Mitarbeiter für die Händler- und Kundenbetreuung zuständig.

Die Gewerkschaft Verdi fürchtet den Abbau eines Großteils der Stellen am Berliner Standort des Zahlungsdienstleisters Paypal . "Laut Plänen des Arbeitgebers sollen kurzfristig 309 Stellen von aktuell 355 Stellen wegfallen", teilte Verdi am Montag mit. "Dies entspricht einem Anteil von etwas über 87 Prozent der aktuell Beschäftigten."

Paypal bestätigte am Montag das Vorhaben, den Standort im Berliner Stadtteil Wilmersdorf "neu zu strukturieren." Der Vorschlag des Unternehmens sehe vor, "dass Teile der Arbeit von den Teams in Berlin Wilmersdorf an andere Paypal- oder Standorte externer Partner verlegt werden", teilte eine Sprecherin am Montag mit.

Der Plan sei der Gewerkschaftsseite vergangene Woche vorgestellt worden. Zu den Auswirkungen auf die einzelnen Mitarbeiter und Teams machte Paypal zunächst keine Angaben. "Dieser Vorschlag unterliegt der Mitbestimmung durch den Betriebsrat am Standort Berlin Wilmersdorf", hieß es.

Paypal strebe an, bei den anstehenden Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan eng mit dem Betriebsrat zu kooperieren. In Berlin sind die Mitarbeiter dem Unternehmen zufolge für die Händler- und Kundenbetreuung zuständig.

Die frühere Ebay-Tochter Paypal hatte im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnzuwachs verzeichnet. In den drei Monaten bis Ende März legte der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um 31 Prozent auf 667 Millionen Dollar (598 Millionen Euro) zu, wie das Unternehmen im April mitteilte.

rei/dpa

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung