Pay-TV reduziert Verluste Sky Deutschland arbeitet sich nach oben

Der Bezahlsender Sky Deutschland legt im dritten Quartal erneut kräftig zu - und ist auf bestem Weg, in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Großen Anteil daran hat König Fußball.
Kameramann bei Bundesligaspiel: Exklusive Fußballrechte sind eines der Zugpferde von Sky Deutschland

Kameramann bei Bundesligaspiel: Exklusive Fußballrechte sind eines der Zugpferde von Sky Deutschland

Foto: Patrick Seeger/ dpa

München - Der Bezahlsender Sky Deutschland  hat auf dem Weg aus den roten Zahlen einen weiteren großen Schritt geschafft. Im dritten Quartal konnte der Konzern erneut kräftig zulegen. Der Umsatz kletterte zwischen Juli und September um fast ein Fünftel auf knapp 393 Millionen Euro, wie das zum Medienimperium von Milliardär Rupert Murdoch gehörende Unternehmen mitteilte.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrieb der Sender erneut schwarze Zahlen. Das operative Ergebnis stieg um 57 Prozent auf 29,2 Millionen Euro. Damit schnitt das im MDax  notierte Unternehmen etwas besser als von Experten erwartet ab. Sky-Chef Brian Sullivan rechnet im laufenden Jahr weiterhin mit einem positiven Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen - es wäre das erste Mal in der Geschichte von Sky Deutschland.

Die Zahl der Kunden sei im dritten Quartal um 76.000 auf 3,529 Millionen gestiegen. Hier hatten Analysten etwas mehr erwartet. Unter dem Strich steht weiter ein Verlust von 14,2 Millionen Euro, der aber erneut geringer ausfiel als im Vorjahreszeitraum. An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Aktie , die ohnehin zu den größten Gewinnern der vergangenen Monate gehört, legte am Vormittag um 1,8 Prozent zu.

Fußball als Zugpferd

Experten trauen Sullivan zu, dass er den Sender auf Dauer profitabel macht. Einige Banken wie Berenberg oder die DZ Bank gehen davon, dass Sky Deutschland schon im kommenden Jahr auch unter dem Strich einen Gewinn erzielen kann. Basis dafür ist das stetige Kundenwachstum, der steigende Erlös pro Kunde und die jüngsten Kooperationen mit der Deutschen Telekom oder Vodafone. Dadurch steigt die Zahl der potenziellen Kunden enorm.

Murdoch setzt vor allem auf die Bundesliga-Rechte, um Bezahl-TV in Deutschland zu einem Erfolgsmodell zu machen. Vorbild ist dabei der britische Sender BSkyB, den er ebenfalls kontrolliert. Er hatte sich Anfang 2008 für 287 Millionen Euro knapp 15 Prozent an der Premiere AG gekauft, die Mitte 2009 in Sky Deutschland umgewandelt wurde. Der Sender brauchte in den Folgejahren immer wieder frisches Geld, das er größtenteils von Murdoch bekam.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Sky Deutschland von 8,80 auf 9,40 Euro angehoben und die Titel auf der "Conviction Buy List" belassen. Der Onlinesektor biete den europäischen Medienunternehmen Chancen, die die Risiken überträfen, schrieb Analyst Vighnesh Padiachy in einer Branchenstudie.

Die Anleger würden die Gefahr eines Zusammenbruchs traditioneller Geschäftsmodelle durch Digitalmedien überbewerten. Vielmehr steige die Qualität der Vermögenswerte in dem Sektor. Das Kosten- und Kapitalmanagement der Firmen dürfte sich verbessern, so dass er nun höhere Bewertungsmultiplikatoren ansetze. Unter anderem dank seiner Ausrichtung auf strukturelle Wachstumsmärkte nehme der Bezahlsender eine führende Position in seiner Branche ein.

wed/dpa-afx
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