Hedgefonds stört Übernahme von SLM Solutions Paul Singer funkt General Electric in Lübeck dazwischen

Unbequemer Investor: Paul Singer von Elliott Management

Unbequemer Investor: Paul Singer von Elliott Management

Foto: STEVE MARCUS/ REUTERS

Der US-Finanzinvestor Paul Singer verstärkt den Druck auf den Mischkonzern GE bei der Übernahme des Lübecker 3D-Druck-Spezialisten SLM Solutions. Singers Investmentgesellschaft Elliott Management kündigte am Mittwoch an, sie werde in den nächsten Monaten weitere SLM-Aktien kaufen.

Das könnte die Übernahmepläne von General Electric  gefährden. Die Amerikaner wollen mit ihrer Kaufofferte mindestens 75 Prozent der Anteile an SLM  einsammeln, Elliott hat sich aber mit 16 Prozent eingekauft.

Singer steigt oft bei Übernahmeobjekten ein, um den Preis nach oben zu treiben oder den Verkauf zu torpedieren - häufig mit Erfolg. Der vor allem als "Geierfonds" mit aggressivem Vorgehen gegen Argentinien und andere überschuldete Staaten bekannte Investor hat sich bereits bei Samsung (Kurswerte anzeigen) und mehreren deutschen Firmen eingemischt.

Singer will Management austauschen

In der Pflichtmitteilung heißt es, Singer strebe einen Austausch des Managements und eine wesentliche Änderung der Kapitalstruktur - "vor allem mit Blick auf die Dividendenpolitik und das Verhältnis von Eigen- und Fremdfinanzierung". Er schließe aber auch nicht aus, seine SLM-Aktien am Ende zu verkaufen. GE dagegen hatte der bestehenden Führung das Vertrauen ausgesprochen.

Die Offerte von GE läuft noch bis 24. Oktober. Die Amerikaner haben Mitte des Monats angekündigt, SLM Solutions für 683 Millionen Euro kaufen zu wollen und damit eine führende Rolle im industriellen 3D-Druck zu übernehmen.

Die SLM-Aktionäre sollen 38 Euro in bar je Anteil bekommen. Der Siemens-Rivale hat sich bereits die Unterstützung wichtiger Großaktionäre - darunter Unternehmensgründer und Aufsichtsratschef Hans-Joachim Ihde - gesichert und 31,5 Prozent aller Anteile angeboten bekommen.

Aktuell notiert der Kurs  klar über 40 Euro. Das könnte darauf hindeuten, dass Anleger auf einen Aufschlag hoffen - obwohl Analysten das Übernahmeangebot von GE für den erst vor zwei Jahren an die Börse gegangenen Metalldruckspezialisten als großzügig bezeichneten.

Beim schwedischen 3D-Druckerhersteller Arcam, der gleichzeitig ebenfalls auf der Einkaufsliste von GE steht, verfolgt Singer einen ähnlichen Plan. Dort hat er sich nach jüngsten Angaben mit 6,6 Prozent eingekauft.

ak/reuters/dpa-afx